Bahnverkehr
Bahntickets früh buchen lohnt sich
Die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn (DB) mit der größten Eisenbahnergewerkschaft EVG haben sich in diesem Jahr ungewöhnlich lange hingezogen. Die EVG tritt meistens moderater auf als die Lokführergewerkschaft GDL, die seit 2007 immer wieder in einem in Deutschland zuvor völlig ungewohnten Ausmaß durch Streiks und Streikdrohungen den Bahnkunden das Leben schwer gemacht hat. Die EVG kann aber, wenn sie will, noch erheblich mehr Schaden anrichten als die GDL, weil bei ihr die meisten Fahrdienstleiter organisiert sind. Wenn Lokführer streiken ist das schlimm genug, aber wenn Fahrdienstleiter streiken, ist das noch viel schlimmer, weil sich mit dem Streik relativ weniger Personen ganze Strecken lahmlegen lassen, auch wenn die Züge, die auf der Strecke fahren (wollen), theoretisch von dem Arbeitskampf gar nicht betroffen sind. Im März hat die EVG einen Tag lang demonstriert, dass sie den Verkehr auf dem DB-Netz nahezu komplett lahmlegen kann. Monatelang schwebte nun das Damoklesschwert weiterer derartiger Streiks über dem deutschen Bahnverkehr. Ein schon angekündigter zweitägiger Streik wurde im Mai in letzter Minute durch einen Vergleich vor einem Arbeitsgericht abgewendet.
Dreiviertelmehrheit gegen Schlichtungsvorschlag gilt als unwahrscheinlich
Weitere Streiks blieben Bahnkunden dann zunächst durch ein Schlichtungsverfahren erspart. DB und EVG-Vorstand haben dem Schlichtungsvorschlag zugestimmt. Derzeit läuft die Urabstimmung bei den EVG-Mitgliedern. Es gibt damit immer noch eine kleine Rest-Unsicherheit. Eine für eine Ablehnung nötige Dreiviertelmehrheit gegen den Schlichtungsvorschlag bei der Urabstimmung gilt allerdings als unwahrscheinlich. Deshalb können Bahnkunden nun wohl erst einmal aufatmen. Sie haben allerdings nur einige Monate Ruhe. Die GDL hat gewohnt lautstark bereits im Juni ihre Forderungen verkündet. Ihr aktueller Tarifvertrag läuft noch bis Ende Oktober. So lange herrscht Friedenspflicht.
Weitgehend sicher vor Streiks sind DB-Kunden also lediglich in den Monaten August bis Oktober. Ab November sind Streiks der GDL möglich. Wer eine Reise in den Monaten bis Oktober plant, hat nun wieder aller Voraussicht nach große Vorteile, wenn er frühzeitig sein Ticket bucht.
Supersparpreis-Tickets sind nicht stornierbar
Zuggebundene Sparpreis- und Supersparpreis-Tickets gibt es nur in begrenzten Kontingenten. Die Tickets zu den günstigsten Preisen bekommt im Regelfall, wer am frühesten bucht. Tickets zum Supersparpreis sind am billigsten, können aber generell nicht storniert werden. Je teurer ein Ticket ist, desto mehr empfiehlt sich, noch ein paar Euro draufzulegen und statt eines Supersparpreis-Tickets ein Spapreis-Ticket zu buchen, das sich stornieren lässt. Gegebenenfalls bekommt man dann den Ticketpreis abzüglich einer Gebühr von 10 Euro als Gutschein.
Die preisgünstigsten Tickets lassen sich schneller finden, wenn man bei der Online-Auskunft der DB ein Häkchen bei „Unsere Bestpreise“ setzt. Allerdings kann auch diese Funktion nur dann preisgünstige Tickets anzeigen, wenn es an dem betreffenden Tag überhaupt welche gibt. Chancen auf günstige Preise sind dann am größten, wenn man Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen meidet. Besonders verkehrsstarke Zeiten sind in aller Regel vor allem der Freitagnachmittag und der Sonntagabend – weil manche Wochenendpendler diesen Zeiten ausweichen, gibt es ein erhöhtes Verkehrsaufkommen oft aber auch am Donnerstagabend und am Montagmorgen.
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