Infineon und Schaeffler RHEINPFALZ Plus Artikel Autozulieferer schöpfen Hoffnung

Der Maschinenbauer Schaeffler in Herzogenaurach beliefert nicht nur die Autobranche. Das hat die geschäftlichen Auswirkungen im
Der Maschinenbauer Schaeffler in Herzogenaurach beliefert nicht nur die Autobranche. Das hat die geschäftlichen Auswirkungen im zweite Quartal 2020 relativ erträglich gemacht.

Das Quartal von April bis Juni war für die gesamte Autobranche pandemiebedingt schrecklich. Nun helle es aber auf, sagen große Zulieferer wie Infineon und Schaeffler.

In der Pandemie ist die Autobranche massiv unter Druck geraten. Kfz-Zulieferer mit mehreren geschäftlichen Standbeinen kommen dabei besser zurecht. Das verdeutlichen der Halbleiterhersteller Infineon in München und der Maschinenbauer Schaeffler in Herzogenaurach. Beide Konzerne liefern auch anderen Branchen zu, was das zweite Quartal 2020 für sie relativ erträglich gemacht hat. Bei Schaeffler sind die Erlöse von April bis Juni gleichwohl um gut ein Drittel eingebrochen, was die Umsätze zum Halbjahr um gut ein Fünftel auf 5,6 Milliarden Euro verringert hat. Das führte zu einem Halbjahresverlust von 353 Millionen Euro, zu dem aber auch Sondereffekte beigetragen haben. Dazu gehört der Stellenabbau. Noch gut 84.000 Beschäftigte hatte Schaeffler Ende Juni auf den Gehaltslisten. Das sind gut 3000 weniger als zu Jahresbeginn. Weitere 1900 Beschäftigte sollen noch gehen.

Bei Infineon mit seinen weltweit knapp 47.000 Beschäftigten gibt es dagegen keine Abbaupläne. „Unser Geschäft ist robust, denn wir bedienen verschiedene Märkte“, erklärt Konzernchef Reinhard Ploss. Die Chips des Konzerns stecken nicht nur in Autos, sondern auch in Industrieanlagen und Geräten aller Art. Schaeffler wiederum beliefert die Windkraftbranche. Bei Infineon werden die Umsätze zudem dadurch aufgemöbelt, dass der Halbleiterkonzern im April die Übernahme des US-Konzerns Cypress vollzogen hat.

Krise bringt Digitalisierung voran

So gerechnet steht für Infineon, wo das Geschäftsjahr schon zum 30. September endet, nach neun Monaten 2019/20 mit 6,1 Milliarden Euro ein leichtes Umsatzplus zu Buche. Die Infineon-Profite werden dagegen durch die Cypress-Übernahme belastet. Nach neun Monaten stehen nach Steuern noch 259 Millionen Überschuss zu Buche nach gut 700 Millionen Euro zur gleichen Vorjahreszeit. Das Quartal von April bis Juni hat aber auch dem Chipkonzern 128 Millionen Euro Verlust gebracht. „Infineon hat die herausfordernde Situation der Coronavirus-Pandemie bislang gut bewältigt“, findet Konzernchef Ploss. Zudem bringe die Krise die Digitalisierung voran, weil der Datenverkehr und die mobile Kommunikation zunähmen, wovon ein Chipkonzern profitiere. Ohne Konsolidierung von Cypress wäre aber auch bei Infineon der Umsatz im jüngsten Quartal um ein Viertel gesunken.

Was in der Autoindustrie nun Hoffnung macht, ist China. Bei Schaeffler liegen die Umsätze dort zum Halbjahr 3 Prozent im Plus. „Wir sind bisher besser durch die Krise gekommen als erwartet“, betont Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld. Eine Belebung der Nachfrage im Juni, die auch Infineon spürt, deutete darauf hin, dass es nach dem Tiefpunkt im April schrittweise wieder aufwärts geht.

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