Neue Autos RHEINPFALZ Plus Artikel Audi Q4 Sportback e-tron: Ein Mikrofasertuch gehört dazu

Das Heck fällt coupéartig ab: Audi Q4 Sportback e-tron.
Das Heck fällt coupéartig ab: Audi Q4 Sportback e-tron.

Mit einem Einstiegspreis von 53.900 Euro kostet der Sportback 2000 Euro mehr als der Q4 e-tron mit steilerer Heckpartie. Doch obwohl Audi im VW-Orchester die Premium-Geige spielt, gibt es technisch verwandte Elektromodelle im Konzern, die preislich in einer ähnlichen Liga angesiedelt sind: das Enyaq Coupé von Skoda und der Volkswagen ID.5 – beide ebenfalls mit Coupéheck.

Die Schulterlinie des hochbeinigen Elektro-Audis verläuft bemerkenswert weit oben, anders als die hier auberginefarbene Karosserie sind die Seitenschweller in einem kontrastierenden Grauton gehalten. Diesen Designkniff nutzen fast alle Automobilhersteller, um den Einbauort der Akku-Pakete im Unterboden ein wenig zu kaschieren. Horizontale Blechfalten oberhalb der Vorder- und Hinterräder (20 Zoll) regen dazu an, den Blick schweifen zu lassen.

Innen

Auch wenn die technischen Vorgaben der gemeinsamen Elektro-Plattform (MEB) eine nicht zu leugnende Ähnlichkeit in Sachen Proportionen mit sich bringen, unterscheidet sich der Audi in seinem Innern deutlich von den MEB-Kontrahenten: Das unten und oben abgeflachte Multifunktionslenkrad (Aufpreis 300 Euro) weckt Erinnerungen an einen Sportwagen, der berührungsempfindliche Zentralmonitor ist dem Fahrer beziehungsweise der Fahrerin so deutlich zugeneigt, dass sich der Mensch auf dem Beifahrersitz beinahe ausgegrenzt vorkommt. Tiefschwarzes Klavierlackplastik kommt in derart großem Umfang zum Einsatz, dass ein Mikrofasertuch zur regelmäßigen Reinigung der glatten Flächen und des Bildschirms gleich beiliegt. Glücklicherweise gibt es für die Regelung der Klimaautomatik noch eine klassische Schalterleiste.

Unterwegs

Der Vorwärtsdrang der E-Maschine auf der Hinterachse wird von der Elektronik fein geregelt, sodass durchdrehende Räder beim Anfahren nicht zu befürchten sind. Auf einer 200 Kilometer langen Fahrt über die Autobahn von Tübingen nach Mannheim genehmigte sich der Audi – bei gemächlichem Reisetempo – durchschnittlich 20,6 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Angesichts einer nutzbaren Kapazität von 77 Kilowattstunden würde das bei vollem Stromspeicher eine mögliche Reichweite von 373 Kilometern bedeuten.

An der Ladesäule

Am Schnelllader nimmt der Q4 Sportback e-tron den Strom mit einer höchsten Ladeleistung von 135 kW entgegen. Dieser Wert gilt freilich nur bei bestmöglichen Bedingungen und wurde von unserem Testwagen nicht erreicht. Wir dokumentierten während eines 18-minütigen Ladestopps von 25 auf 60 Prozent (26 kWh) einen Spitzenwert von 107 kW Ladeleistung. Anders ausgedrückt: Binnen einer Viertelstunde können unterwegs Pi mal Daumen 120 Kilometer Reichweite nachgeladen werden.

PLUS UND MINUS

Edler Innenraum; Antrieb gut geregelt; ordentliche Ladeleistung. – Hochglanzflächen im Innern ziehen Staub an; hoher Preis.

Autogramm

Audi Q4 Sportback 40 e-tron

Typ: Elektrisches SUV-Coupé; Grundpreis: 53.900 Euro; Länge: 4,59 Meter; Breite: 1,87 Meter; Höhe: 1,61 Meter; Radstand: 2,76 Meter; Leergewicht: 2120 Kilogramm; Zuladung: 505 Kilogramm; Kofferraum: 535 Liter; Sitze: fünf; Elektromotor: Permanentmagnet-Synchronmaschine; Leistung: 204 PS/150 kW; max. Drehmoment: 310 Newtonmeter; Spitze: 160 km/h; 0 auf 100 km/h: 8,5 Sekunden; Batterietyp: Lithium-Ionen-Akku; Batteriekapazität: 77 Kilowattstunden (kWh); Ladeleistung: max. 135 kW; Reichweite (WLTP): 452 Kilometer; Stromverbrauch (WLTP): 19,5 kWh/100 Kilometer, entsprechender CO2-Ausstoß (deutscher Strommix 2020): 71 Gramm/Kilometer.

Hier wird gerade Strom gezapft.
Hier wird gerade Strom gezapft.
Rund ist anders: das Lenkrad.
Rund ist anders: das Lenkrad.
x