Sicherheits-Tipp
Auch Keller vor Einbrechern schützen
Die gute Nachricht ist: In Deutschland geht die Anzahl der Wohnungseinbrüche zurück. Laut jüngster Kriminalstatistik sanken die erfassten Fälle um 13,9 Prozent auf 75.023 im Jahr 2020 (2019: rund 87.000 ). Für Rheinland-Pfalz berichtet das Landeskriminalamt (LKA) sogar von einem Rückgang um 19,1 Prozent von 3248 auf 2627 Fälle. Diese Entwicklung führt die Polizei teils zurück auf die Corona-Pandemie, während der viele Menschen daheim waren und den Gangstern weniger Tatgelegenheiten gaben, aber auch darauf, dass Haus- und Wohnungsbesitzer in die technische Sicherung ihres Eigentums investierten.
So blieb 2020 fast die Hälfte der Einbruchsdelikte im Versuchsstadium stecken (46,7 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der Fälle, in denen die Täter erfolgreich waren, stetig gesunken, berichtet die Zentrale Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart.
Wo liegen Schwachpunkte?
Ein gegenläufiger Trend zeigt sich bundesweit bei den Diebstählen aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen. Hier registrierte die Polizei ein deutliches Plus von rund 11 Prozent für das Jahr 2020 (96.188 Fälle gegenüber 86.604 im Vorjahr). „Meist verschafften sich die Täter Zugang durch unverschlossene Haus- und Kellertüren oder durch schlecht gesicherte Kellerverschläge“, so die Präventionsexperten der Polizei. Für Rheinland-Pfalz wurden 1376 Diebstähle aus Boden- und Kellerräumen sowie Waschküchen erfasst, das entspricht einem relativ geringen Rückgang von nur 6 Prozent (2019: 1464 ) verglichen mit dem Minus von 19,1 Prozent bei den Einbruchsdiebstählen insgesamt.
Was wird gestohlen?
Zu den beliebtesten Diebesgütern gehören der Polizei zufolge hochwertige Elektroräder. Aber auch auf Werkzeuge oder Altmetall hätten es die Täter abgesehen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern. „Fahrräder beziehungsweise E-Bikes sollten auch in Kellerräumen mit geeigneten Schlössern an einem festen Gegenstand, zum Beispiel der Heizung, angeschlossen werden“, empfiehlt das LKA.
Wie kann ich mich schützen?
Das einfachste Mittel ist, keine Tür offen stehen zu lassen. Aber auch verschlossene Türen schrecken Einbrecher nicht ab – besonders wenn sie einfach zu überwinden sind. Deshalb rät die Polizei, nicht nur die Haupteingangstür gut abzusichern. „Kellertüren, Nebeneingänge und Dachbodentüren sollten der Widerstandsfähigkeit der Haustür in nichts nachstehen“, betont die Zentrale Präventionsstelle in Stuttgart.
Eine einbruchhemmende Tür sollte der Polizei zufolge mindestens der Widerstandsklasse 2 entsprechen (Din EN 1627). Nur für solche oder noch bessere Türen zahlt der Staat Zuschüsse. Das LKA hebt hervor, dass auch Kellerschachtroste und Kellerfenster unbedingt mit einer zusätzlichen Sicherung versehen sein sollten.
Wie viel gibt der Staat dazu?
Für Maßnahmen, die den technischen Anforderungen entsprechen, stellt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Zuschuss von bis zu 1600 Euro bereit. Förderfähig sind Investitionen ab mindestens 500 bis 1000 Euro mit 20 Prozent Zuschuss. Für darüber hinausgehende Ausgaben bis maximal 15.000 Euro steuert der Staat 10 Prozent dazu.
Das Geld beantragen können Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Mieter für den Einbau beispielsweise von einbruchhemmenden Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren. Auch Nachrüstsysteme für Türen, etwa Zusatz- und Querriegelschlösser, sowie einbruchhemmende Gitter für Kellerfenster und Lichtschachtabdeckungen werden gefördert. Für Garagentore und -zugänge können ebenfalls Zuschüsse beantragt werden.
Wichtig: Um das Geld kassieren zu können, muss immer ein Fachunternehmen den Einbau vornehmen. Der Antrag ist vor Beginn der Arbeiten zu stellen. Wer das nicht macht, geht leer aus.
Die Polizeilichen Präventionsstellen der Polizeipräsidien Westpfalz in Kaiserslautern und Rheinpfalz in Ludwigshafen bieten Haus- und Wohnungsbesitzern auf Anfrage eine kostenlose technische Beratung zum Einbruchschutz an.