Wirtschaft Arbeitnehmer und Thyssen-Krupp legen Streit um Stahlfusion bei

«Essen». Arbeitnehmervertreter und der Stahlkonzern Thyssen-Krupp haben ihren Streit um die geplante Stahlfusion mit Tata Steel entschärft.
Die Einigung zwischen Arbeitnehmern und Management enthält der IG Metall zufolge weitgehende Zugeständnisse an die Arbeitnehmer. Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sollen der Gewerkschaft zufolge über neun Jahre ausgeschlossen werden, wenn Thyssen-Krupp und Tata Steel ihre Stahlsparten zusammenlegen. „Das hat es auch im Stahl so noch nie gegeben“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp Steel Europe und ehemalige IG Metall-Vorsitzende, Detlef Wetzel. Die Gewerkschaft lasse die Essener zudem als Eigentümer nicht aus der Verantwortung: „Thyssen-Krupp wird seinen 50-Prozent-Anteil mindestens sechs Jahre halten müssen. Damit ist das Management mit verantwortlich für Erfolg oder Scheitern eines möglichen Joint Ventures.“ Die IG Metall hatte dem Vorstand ein Ultimatum für den Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern bis gestern gestellt. Die Stahlkocher von Thyssen-Krupp hatten seit Monaten gegen die Fusionspläne von Konzernchef Heinrich Hiesinger protestiert. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich zehn Jahre Sicherheit für die Arbeitsplätze, die Standorte, Anlagen und Investitionen verlangt. „Ein Jahrzehnt Sicherheit haben wir gefordert – neun Jahre haben wir erreicht. Das ging nur, weil die Betroffenen gemeinsam mit der IG Metall so viel Druck gemacht haben“, sagte der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Knut Giesler. „Die Tarifkommission hat deshalb beschlossen, dass wir den Mitgliedern die Zustimmung zum Ergebnis empfehlen werden.“ Die mit Thyssen-Krupp vereinbarten Eckpunkte sehen der Gewerkschaft zufolge zudem vor, dass das Unternehmen mindestens acht Jahre gemeinsam mit Tata das Gemeinschaftsunternehmen führen muss. Davon müsse Thyssen-Krupp über mindestens sechs Jahre einen Anteil von 50 Prozent halten. Die Essener hätten sich zudem verpflichtet, mindestens 400 Millionen Euro pro Jahr in die Standorte zu investieren. Der Thyssen-Krupp-Konzern beschäftigt in der Stahlsparte rund 27.000 Mitarbeiter.