Wirtschaft Alphabet mit Milliarden-Minus
«Mountain View.» Die Google-Mutter Alphabet hat im vergangenen Quartal ein sattes Umsatzplus eingefahren, ist wegen hoher Kosten unter anderem wegen der US-Steuerreform aber ins Minus gerutscht.
Wie der Technologieriese mitteilte, lag der Umsatz im Jahr 2017 bei 110,9 Milliarden Dollar (88,8 Milliarden Euro), das war ein Plus von 23 Prozent. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar. Wegen der US-Steuerreform musste der Dachkonzern jedoch zusätzlich 9,9 Milliarden Dollar (7,96 Mrd Euro) für die Einmal-Abgabe vormerken. Dadurch fielen unterm Strich rote Zahlen von gut 3 Milliarden Dollar an. Der Umsatz stieg unterdessen im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar, wie Alphabet mitteilte. Der Kurs der Aktie hatte daraufhin deutlich nachgegeben. Google verdient den Großteil des Geldes nach wie vor damit, dass Nutzer auf Werbung im Umfeld der Internet-Suche klicken. Zugleich werden aber auch Anzeigen bei der Videoplattform YouTube immer wichtiger. Und das Cloud-Geschäft bringe inzwischen Umsätze von 1 Milliarde Dollar pro Quartal ein, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Zugleich macht Google Druck bei Geräten, in denen sein Sprachassistent Google Assistant integriert ist, der mit Amazons Alexa und Apples Siri konkurriert. Während die eigenen Google-Werbeerlöse von 18 auf 22,2 Milliarden Dollar stiegen, überwies das Internet-Unternehmen den Partnern 6,45 Milliarden Dollar. Das waren 24 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zugleich gelingt es Google weiterhin, die niedrigeren Einnahmen pro Klick auf eine Online-Anzeige (minus 14 Prozent) durch eine deutlich höhere Anzahl der Klicks (plus 43 Prozent) mehr als auszugleichen. Weiterhin ist es so, dass Google bei Alphabet das Geld verdient, während bei den anderen Projekten wie etwa der Roboterwagen-Firma Waymo oder beim Smarthome-Spezialisten Nest unterm Strich Verluste stehen. Google steigerte den operativen Gewinn von 7,9 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 8,8 Milliarden. Das Minus der anderen Bereiche sank in dieser Zeit von rund 1,1 Milliarden Dollar auf 916 Millionen Dollar. Alphabet macht keine Angaben zu Ergebnissen der einzelnen Firmen. Zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates ernannte der Mutterkonzern Alphabet einen früheren Präsidenten der Elite-Uni Stanford, John Hennessy. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt hatte die Führung des Kontrollgremiums im Dezember 2017 abgegeben. Hennessy war bereits im Jahr 2004 in den damaligen Google-Verwaltungsrat eingezogen. Aktienchart