Frankfurter Börse
Aktienmarkt: Die Angst vor der zweiten Welle ist wieder da, auch bei den Kursen
Kommt jetzt die zweite Welle? Diese Frage scheint sich seit Freitag langsam aber sicher in den Köpfen der Anleger festzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die zweite Infektionswelle, für die sich die Anzeichen häufen. Es geht auch darum, ob es nach einem wochenlangen Auf nach dem Corona-Schock im März nun zu einem zweiten Abwärtsschwung bei den Kursen kommen wird. Die vergangene Woche hat dabei gezeigt, wie sehr die Hoffnungen und Erwartungen dabei schwanken. Zuerst ging es weiter bergauf, bis auf 13.300 Punkte und damit fast auf Vor-Krisen-Niveau. Dann jedoch ging es wieder unter die Marke von 13.000 Punkten, auf Wochensicht schloss der deutsche Leitindex Dax mit 0,6 Prozent im Minus.
Die Umfeldbedingungen für die Weltwirtschaft haben sich eher negativ entwickelt. Der Streit zwischen den USA und China hat neue Fahrt aufgenommen und auch das Gesundheitsrisiko ist wieder deutlich gestiegen. Dennoch gibt es derzeit noch mehr Optimisten, die davon ausgehen, dass das Schlimmste auf jeden Fall hinter uns liegt. Dies sollte zumindest der ifo-Index ausdrücken, der am Montag veröffentlicht wird, glaubt Ulrich Kater von der Dekabank. Die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal, die am Donnerstag kommen, werden zwar negativ ausfallen, sie verdeutlichen für Kater aber nur die Tiefe des Corona-Einbruchs. Ob dies die US-Notenbank auch so sieht, wird sich am Mittwoch zeigen, wenn die Währungshüter tagen. Ihnen wird es nicht gefallen, dass der Dollar an Stärke verloren hat – auch wenn das die Exportaussichten der US-Wirtschaft verbessert. Die Einschätzung der Fed, ob und wie sich die US-Konjunktur erholt, werden die Märkte aufmerksam zur Kenntnis nehmen.
Ansonsten geht die Quartalsbilanz weiter, SAP startet am Montag mit Details, Mittwoch folgen die Deutsche Bank und BASF. Donnerstag stehen die Berichte von Linde, Fresenius, Volkswagen und Heidelberger Cement auf der Tagesordnung.