Rockenhausen
Adient verkauft Lizenz für Recaro-Sitze in die USA
Wie am Donnerstag von Adient bestätigt wurde, ist die private Investmentgesellschaft Raven Acquisition LLC, Detroit/USA, neuer Eigentümer und hat so die Entscheidungsgewalt über Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Autositzen der Marke Recaro. Welche Summe die Gesellschaft der Linzenzgeberin Recaro Holding GmbH mit Sitz in Stuttgart zahlte, wurde nicht mitgeteilt.
2000 Adient-Mitarbeiter in der Pfalz
Durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Recaro Automotive Seating sei der Adient-Produktionsstandort Rockenhausen mit seinen nach Betriebsratsangaben annähernd 1500 Mitarbeitern nicht betroffen, so am Donnerstag eine Sprecherin der Adient-Europazentrale in Burscheid/NRW auf Anfrage der RHEINPFALZ. Im technischen Entwicklungszentrum in Kaiserslautern (über 500 Mitarbeiter) seien 15 Beschäftigte betroffen. Ihnen würden neue Verträge angeboten. Betriebsratsvorsitzender Andreas Mayer wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern.
Am Sitz von Recaro Automotive Seating in Kirchheim unter Teck sind 265 Beschäftigte tätig. Sie würden komplett vom neuen Firmeneigentümer übernommen, so die Sprecherin.
Lange Tradition in der Pfalz
Die Herstellung von Autositzen und Komponenten sowie die technische Entwicklung haben in der Pfalz eine lange Tradition: Das frühere Unternehmen, das als Keiper GmbH & Co KG firmierte, hatte sich einen weltweit guten Ruf erarbeitet. 1983 erfolgte die Fusion zu Keiper Recaro. 2010 wurde das Unternehmen Teil des US-Konzerns Johnson Controls, aus dem durch Ausgründung die in Irland sitzende Firma Adient entstand.
Der Name Recaro geht auf die Telegrammadresse der im Jahr 1906 gegründeten „Stuttgarter Carosserie- und Radfabrik“ zurück, die 1909 in „Stuttgarter Carosseriewerk Reutter“ umbenannt wurde. mo