Unternehmen 180 Arbeitsplätze: BASF eröffnet innovatives Zentrum für Batterien

BASF-Konzernchef Martin Brudermüller (Mitte, am Pult) nimmt die neue Anlage in Schwarzheide in Betrieb. Rechts Wirtschaftsminist
BASF-Konzernchef Martin Brudermüller (Mitte, am Pult) nimmt die neue Anlage in Schwarzheide in Betrieb. Rechts Wirtschaftsminister Robert Habeck. Ganz links EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic, hinten in der Mitte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Der Chemiekonzern BASF mit Stammsitz in Ludwigshafen hat an seinem Standort Schwarzheide in der Lausitz ein Zentrum für die Produktion von Materialien für Lithium-Ionen-Batterien und Batterierecycling eröffnet. Es ist das erste Zentrum dieser Art in Europa.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert die Anlage gemeinsam mit dem Land Brandenburg mit insgesamt rund 175 Millionen Euro. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) lobte am Donnerstag vor Ort „ein weiteres Stück Zukunft“ an dem traditionsreichen Standort. Rund 180 neue Arbeitsplätze sollen dort laut BASF entstehen.

Die Anlage sei ein wichtiger Schritt zur Schließung des Kreislaufs in der europäischen Batteriewertschöpfungskette – von der Sammlung gebrauchter Batterien über die Rückgewinnung mineralischer Rohstoffe bis hin zu deren Einsatz in der Produktion neuer Batteriematerialien, erklärte die BASF. Die Investition – nach Habecks Angaben mehrere hundert Millionen Euro – unterstreiche, dass der Konzern „an die Zukunft der chemischen Industrie in Europa und in Deutschland“ glaube.

EU will solides Batterie-Ökosystem in Europa

Zur Eröffnung kam am Donnerstag auch der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maros Sefcovic. Bund und Land fördern die Anlage im Rahmen des ersten Batterie-Vorhabens von gemeinsamem europäischen Interesse. EU-Mitgliedsländer können Firmen staatliche Beihilfen gewähren, wenn die mit dem Binnenmarkt vereinbar sind; die EU-Kommission muss dafür ihre Genehmigung erteilen. Sefcovic sagte in Schwarzheide, die EU-Kommission sei bestrebt, ein solides Batterie-Ökosystem in Europa zu schaffen.

Habeck sagte, das Projekt stehe auch „mustergültig für die laufende Transformation“: Dort, wo lange Zeit Kohle zu Benzin verflüssigt wurde, solle künftig das Aktivmaterial für Elektroauto-Batterien produziert werden. Jährlich könnten Materialien für Batterien für rund 400.000 E-Autos produziert werden.

BASF: Batterie-Recycling mittels Schwarzer Masse

Dazu kommt die Recyclinganlage für Batterien: Ausgediente Batterien und Abfälle aus der Batterieproduktion werden in der neuen Anlage mechanisch zu Schwarzer Masse verarbeitet, legte die BASF dar. Die Schwarze Masse enthält demnach wichtige Metalle, die zur Herstellung von Kathodenmaterialien verwendet werden: Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan. In einem zweiten Schritt könnten diese wertvollen Metalle auf möglichst nachhaltige Weise chemisch zurückgewonnen und zur Herstellung neuer Kathodenmaterialien verwendet werden.

Bei BASF Schwarzheide arbeiten nach Konzernangaben derzeit knapp 2200 Menschen. Produziert werden dort etwa Lacke, Schaumstoffe und technische Kunststoffe. Schwarzheide ist bereits seit mehr als 85 Jahren Chemiestandort. Die BASF übernahm ihn 1990, nach der Wende.

Insgesamt beschäftigt die BASF weltweit über 111.000 Mitarbeiter. Der Chemiekonzern mit Stammsitz Ludwigshafen hat 2022 einen Umsatz von 87,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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