Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Zug um Zug zu mehr Reserven

Die älteren Intercity-Garnituren werden auf den Taktlinien nach und nach abgelöst, können aber als Reserve noch wertvolle Dienst
Die älteren Intercity-Garnituren werden auf den Taktlinien nach und nach abgelöst, können aber als Reserve noch wertvolle Dienste leisten. Foto: DB/Kirsche/frei

Mit der Ablieferung neuer ICE 4 bekommt die Bahn die Chance, durch mehr Reserven ihre Zuverlässigkeit für die Kunden zu verbessern.

Im Kontext der Klimaschutzdiskussion gibt es große Erwartungen an die Deutsche Bahn (DB). Es ist umweltpolitisch in der Tat dringend geboten, dass die Bahn einen deutlich größeren Teil des Verkehrsauskommens übernimmt. Deren Fahrgäste sind derzeit allerdings mit dem Kontrast zwischen ambitionierten Zukunftsplänen und der aktuellen Realität konfrontiert, zu der jede Menge Verspätungen, Qualitätsmängel und Zugausfälle gehören. Die Bahnkunden haben dabei unter den in der Vergangenheit versäumten Investitionen zu leiden.

Lange Ersatzgarnituren begrenzen Schaden

Immerhin ist Besserung in Sicht. Mit jedem neuen ICE 4 entspannt sich die Fahrzeugsituation etwas – allerdings nur dann, wenn nicht gleich wieder die ersetzten Altfahrzeuge ausgemustert werden. Auch künftig wird es unerwartete Ausfälle von Fahrzeugen geben, sei es wegen technischer Probleme oder weil eine Strecke gesperrt ist. Dann macht es aus Kundensicht einen entscheidenden Unterschied, ob wenigstens ein Ersatzzug zur Verfügung steht oder ein ICE ersatzlos ausfällt. Die DB hat nun die Chance, Ersatzgarnituren zu bilden, die, wenn schon nicht den Komfort, so doch immerhin in etwa die Platzkapazität eines ausfallenden ICE bieten.

Teilweise gibt es nun schon Ersatzzüge mit 14 Wagen, in denen sich die Fahrgäste eines voll besetzten ICE 4 unterbringen lassen. Wenn dafür auch ältere Interregio-Wagen herangezogen werden müssen, ist das vielleicht nicht sehr prestigeträchtig, aber auf jeden Fall besser als Züge ausfallen oder Reisende stehen zu lassen.

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