Rheinpfalz Zukunftsbäumen die Zukunft geklaut
Im Forstamt Otterberg wurden auf einer Fläche von etwa 20 Hektar Baummarkierungen entwendet. Nach Auskunft des Forstamtsleiters Markus Gatti wurde Strafanzeige erstattet.
Geklaut wurden die Kennzeichnungen sogenannter Zukunftsbäume im Forstrevier Waldgemark östlich von Erlenbach. Diese Markierungen, gelbe Bändchen, sollen deutlich sichtbar auf jene Bäume aufmerksam machen, die auf keinen Fall gefällt oder beschädigt werden dürfen. „Es war nicht das erste Mal, dass in diesem als Schwarzwald bekannten Waldstück Markierungen entfernt wurden“, betont Forstamtsleiter Markus Gatti, für den der Bändchen-Klau nicht mehr hinnehmbar ist. Gatti weiß um die nicht waldgerechte Optik zahlreicher Markierungen, die auf einige Waldbesucher störend wirken. Allerdings sei ohne sie eine Bewirtschaftung heutzutage nicht mehr machbar. In Rheinland-Pfalz ist eine am Ziel- oder Zukunftsbaum orientierte Durchforstung das Mittel der Wahl, um nachhaltig Wertholz zu produzieren. Diese Bäume ernten nachfolgende Generationen. Damit das auch so funktioniert, werden für die Zukunft ausgewählte Bäume, sogenannte Z-Bäume, in jungen Jahren mit besagten gelben oder auch weißen Bändchen markiert. Zusätzlich erhalten die Auserwählten auch einen weißen oder gelben Farbpunkt. Die Farbe, so Gatti, sei aber nicht dauerhaft haltbar, auch würden um den Stamm gelegte Bänder eindeutig besser erkannt. Ein solcher Z-Baum verbleibt in der Regel die nächsten Jahrzehnte – bei Eichen kann es sich auch schon mal um Jahrhunderte handeln – am Standort und wird erst als dicker, gerade gewachsener Baum mit prächtiger Krone geerntet. Das ist das Ziel. Um die Z-Bäume herum läuft in der Regel bereits in jetziger Forstgeneration der Holzeinschlag. Damit der Waldarbeiter oder der mit Fällungen beauftragte Unternehmer nicht den falschen Baum entnimmt und diesen beschädigt, sei es eben notwendig, die Z-Bäume dauerhaft zu markieren. „Durch den Bändchen-Klau fällt im betroffenen Revier, etwa 40 Stunden Nachmarkierung an“, kann Forstamtsleiter Markus Gatti hier nicht mehr von einem dummen Jungenstreich sprechen. Zusammen mit den Materialkosten beziffert er den entstandenen Schaden auf etwa 2000 Euro. (thea)