Rheinpfalz Westwall-Stollen kann jetzt gesichert werden

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Die Gemeinde Erlenbach ist Besitzerin eines Bergstollens. Dies eigentlich unfreiwillig. Denn nur die Tatsache, dass sich das Waldgrundstück unterhalb des Turmes „Klein Frankreich“, wo sich das Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg befindet, im Eigentum der Gemeinde steht, machte sie zum Stollenbesitzer. Mit allen daraus erwachsenen Aufgaben, wie beispielsweise der Verkehrssicherungspflicht, wie sich jetzt zeigt. Und die kostet unter Umständen Geld, über welches die Gemeinde nicht verfügt.

Zusammen mit Ortsbürgermeister Dirk Eichberger besuchte die RHEINPFALZ die Stelle. Der Ortschef berichtet, dass sich oberhalb des Stollen-„Mundloches“ die Erde gesenkt habe, so dass sich jetzt ein etwa fünf Meter tiefes Loch gebildet habe. Weil dies und auch die hohe ungesicherte Mauer am Mundloch eine Gefahrenstelle darstellt, sollte die Stelle schon vor Jahren gesichert werden. Die Sache geriet jedoch in Vergessenheit. Bei einer zuletzt durchgeführten Wald-Durchforstung sei diese Situation wieder aufgefallen. Die Gemeinde möchte jetzt die Gefahrenstelle beseitigen und zwar in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und der Forstverwaltung. Ortsbesichtigungen haben bereits stattgefunden und man kam überein, dass es sinnvoll wäre, die Einbruchstelle mitsamt dem Stolleneingang einzuzäunen und damit die Gefahr zu bannen. Für die Verkehrssicherheit von Westwall-Bunkern und Stollen war bis vor kurzem noch das Bundesvermögensamt zuständig. Auf Betreiben der Landesregierung wurde diese Aufgabe jedoch 2014 an das Land abgegeben. Das Land hat eigens für diese Aufgabe die Stiftung „Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall“ errichtet und mit einigen Millionen Euro aus Bundesmitteln bestückt. Von dort hat die Gemeinde Erlenbach allerdings keine Gelder zu erwarten, bedauert der Ortschef. Deshalb bleiben die Kosten für die Verkehrssicherung am Grundstückseigentümer hängen. Bis jetzt hat die Gemeinde noch keine exakte Kostenaufstellung für den geplanten Zaun, wie Eichberger versichert. Aber auch im Haushalt sind keine entsprechenden Mittel vorgesehen. Klaus Meichel von der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland hat sich um die Sicherheit an dem Stollen angenommen. Er erläutert, dass auf Grund des Kriegsfolgegesetzes die Gemeinden für solche Dinge ihre Ansprüche geltend machen konnten. Dies habe Erlenbach jedoch versäumt, so dass die Frist für Anträge abgelaufen war. Meichel hat sich dann bei der neuen Stiftung erkundigt. Da der besagte Stollen jedoch nicht in deren Auflistung erscheint, gibt es hierfür keine Mittel. Eine Möglichkeit bestünde, wenn das Werk unter Denkmalschutz stünde, was jedoch nicht der Fall ist. Eine weitere Absage erhielt er, als er beim Naturschutz nachfragte, um den Stollenrest für den Wildschutz, Fledermausschutz oder anderes zu nutzen. Für diesen Zweck sei der Stollen ungeeignet (er ist nur wenige Meter tief), so die Naturschützer. Da ein Verfüllen der Einsturzstelle und des Mundloches weder sinnvoll sei und auch zu umständlich, werde man die Gefahrenstelle einzäunen, so Meichel. Dass die neue Landes-Stiftung „Grüner Wall im Westen“ hier außen vor sein soll, scheint manchem unverständlich. Doch wenn man die Berichte der Verhandlungen für die Übernahme der Bunker durch das Land studiert, stößt man auf Folgendes: Ziel des Landes war die Übernahme der Bauten in Landeseigentum. Gleichzeitig sollte damit begonnen werden, alles, was zum Westwall gehört, in Bestandslisten aufzunehmen, wofür man sechs bis acht Jahre kalkulierte. Bezüglich der Bauwerke, die auf kommunalen oder privaten Grundstücken liegen, hieß es damals: Die bleiben zunächst außen vor, weil es für eine mittelfristige Lösung zu viele Zuständigkeiten gebe. Weil dies der klammen Gemeinde Erlenbach keinen Deut weiterhilft, suchte man nach anderen Lösungen. Bürgermeister Wolfgang Bambey unterbreitete nun das Problem der „Weinbruderschaft Berwartstein“, deren Mitglied er seit Jahren ist. Diese entschloss sich, die Gemeinde mit einer Spende zu unterstützen. Am letzten Freitag fand nun auf der Burg Berwartstein die Scheckübergabe durch Bambey und Bruderschaftsmeister Peter Wadle in Höhe von 1000 Euro an Ortsbürgermeister Eichberger statt. Bambey ist sich sicher, dass dies für die Umzäunung des Stolleneingangs reichen wird. Ortschef Eichberger war sichtlich erleichtert, dass das Problem jetzt beseitigt werden kann, und bedankte sich für die Hilfe.

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