Rheinpfalz „Weniger Rumgezicke“

Die 26 Mitglieder zählende Freie Wählergruppe in Geiselberg hat mit Marika Vatter eine neue Vorsitzende, die damit Nachfolgerin von Georg Spieß ist. Die FWG wird künftig ein eingetragener Verein sein. Das beschloss die Gruppe bei der Jahreshauptversammlung.
Auf das, was die FWG im Ort in den vergangenen Jahren geleistet habe, „können wir schon stolz sein“, sagte Vatter. Die Mitglieder der FWG würden sich für Gemeinde und Dorfgemeinschaft einsetzen. Das werde auch so bleiben. Ihr sei die Gründung einer Bürgerstiftung für Geiselberg ein wichtiges Anliegen. Mit der Pfalzstiftung fanden bereits Gespräche statt. Vatter ging auf die schwierige Phase im Rat ein. „Seit Beginn der Wahlperiode wird die Arbeit in unserer Gruppe und im Rat durch Vorwürfe und sogar persönliche Angriffe mehr als erschwert. Es ist besonders wichtig, Klarheit und Authentizität wiederherzustellen“, so Vatter. Eine lebendige Kommunikationskultur gehöre zur Demokratie, aber auf einen respektvollen Umgangston sei zu achten. Es gelte, weniger Energie zu verschwenden mit „Gefrotzel und zeitraubendem, aufgeregtem Rumgezicke“ über vermeintliche Fehler von anderen. „Unser Ziel muss sein, in möglichst breitem politischen Konsens gemeinwohlorientiert Lösungen für die anstehenden schwierigen Aufgaben zu finden“, unterstrich Vatter. Ein großer Wunsch sei, dass mit Vertrauen und Ehrlichkeit miteinander umgegangen werde. Fehler, die entdeckt werden, sollten nicht als Vorlage für politische Angriffe dienen, sondern Anlass sein, um nach der Ursache dafür zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden. „Ich werde mich um einen fairen und aufrichtigen Umgang unter uns bemühen“, sagte Vatter. Ihr Vorgänger, Georg Spieß, sagte, dass die Arbeit der FWG von den Bürgern honoriert werde. Seit 1989 stelle die FWG den Bürgermeister, ist aktuell mir acht Mitgliedern im Rat vertreten, die ihre Sitzungsgelder zugunsten des Dorfs spendete. Renovierungsarbeiten an den Spielplätzen, neue Handkarren für den Friedhof und eine Gläserspülmaschine für das Bürgerhaus seien so finanziert worden. Noch heißt die Ratsfraktion Wählergruppe Spieß. Nach der Eintragung als Verein werden sich die Kandidaten auf einer FWG-Liste präsentieren. Spieß erinnerte an die Dorfmoderation, aus der sich Aktivitäten wie Spielfest, Märchenwanderung, Renovierung Spielplätze, Wanderwegekonzept und Bodenordnungsverfahren entwickelten. Wichtig sei die Umstellung auf wiederkehrende Beiträge beim Straßenausbau gewesen. „Diese Systemänderung an der unumgänglichen Beitragspflicht macht die Beitragszahlung für alle erträglich“, so Spieß. Die Umstellung der Straßenlampen auf LED-Technik war das erste Projekt, das so abgerechnet wurde. Es habe sich ausgezahlt, bereits in den 1990er Jahren die Weichen für die Entwicklung im Gewerbegebiet „Seeberg“ zu stellen, erinnerte er unter anderem an die Ansiedlung der Firma Weldcom. Alle, die sich in den vergangenen Monaten unter anderem zur Dorfgemeinschaft geäußert und gute Ratschläge erteilt hätten, sollten sich fragen, was sie selbst in den vergangenen Jahren zum Zusammenhalt und zum Zusammenleben in Geiselberg beigetragen hätten, sagte Spieß. Der Vorstand Marika Vatter (Vorsitzende), Jens Klein (zweiter Vorsitzender), Volker Spieß (Kassenwart), Uli Stahl (Schriftführer), Norbert Höh, Rüdiger Lelle, Ralf Weißmann, Frank Schäfer, Peter König, Jürgen Trübenbach (alle Beisitzer), Heinz Klein, Ernst Mänges (beide Kassenprüfer). |add