Rheinpfalz Vom Weltmeister zum Liebhaber
HERSCHBERG. Mehr als 1500 Kaninchen haben bei Walter Buchmann aus Herschberg schon das Licht der Welt erblickt, seitdem er dieses Hobby als aktiver Kaninchenzüchter betreibt. Aber an einem solch gelungenen Wurf seiner Englischen Schecken wie vor einigen Wochen kann er sich auch nach über 30 Jahren noch erfreuen.
Tatsächlich sind die niedlichen kleinen Langohren mit der typischen schmetterlingsförmigen Zeichnung an der Schnauze auch für den unbeteiligten Betrachter auf Anhieb eine Augenweide, handelt es sich doch um die seltenere dreifarbige Variante dieser Rasse. Die Englischen Schecken gehören zu den mittelschweren Kaninchenrassen und werden in Deutschland schon seit etwa 1900 gehalten. Für den 79-jährigen Herschberger ist aus dem früher ernsthaft betriebenen Hobby mittlerweile eine reine Liebhaberei geworden. Daran das Kaninchenzüchten aufzugeben, verschwendet er allerdings keinen Gedanken: Walter Buchmann hängt an den possierlichen Tieren und möchte sie nicht missen. Sein erster Weg führt ihn deshalb morgens an die zahlreichen Käfige, die er, genau wie seine kleinen Lieblinge, immer peinlich sauber hält. Als offizieller Züchter hat sich der gebürtige Höhmühlbacher vor einigen Jahren abgemeldet. Er gehört aber weiterhin sowohl dem Kaninchenzuchtverein Herschberg als auch dem Verein in seinem früheren Wohnort Thaleischweiler-Fröschen an. Mittlerweile stellt er keine Tiere mehr bei Kaninchenschauen aus, was er früher regelmäßig in ganz Deutschland und im Ausland getan hat. Und das mit einigem Erfolg: Viele Preise konnte er in dieser Zeit mit seinen Tieren erringen. Zahlreiche Urkunden und Pokale zeugen heute noch davon. An einen seiner größten Erfolge erinnert ihn eine „Kuhglocke“. Die erhielt er für den Weltmeistertitel, den er 1997 bei der internationalen Schecken-Schau in Stubai in Tirol errang. Ein Jahr später gewann er auch die 23. Bundesschau, die damals in Nürnberg stattfand. Jahrelang reiste er regelmäßig zum internationalen Treffen der Scheckenzüchter in Meransen in Südtirol. Karl Buchmann, der den Beruf des Gipsers erlernt hat und später über 20 Jahre bei der Bahn beschäftigt war, wohnt seit 30 Jahren in der Sickingerhöhgemeinde Herschberg. Seine Lebensgefährtin Hilde Jäger war bis vor wenigen Jahren übrigens ebenfalls passionierte Kaninchenzüchterin. Allerdings hat sie sich der Rasse „Perlfeh“ verschrieben. Deshalb sind sich die beiden bei Ausstellungen, wie sie lachend berichten, auch nie „ins Gehege gekommen“.