Rheinpfalz Vitaminreiche Früchtchen mit langer Geschichte

Schon die alten Römer und Griechen kultivierten Äpfel. Die Sortenvielfalt ist groß. Süß, säuerlich, saftig, knackig – der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen.
Reinbeißen und wohlfühlen: „An apple a day keeps the doctor away“ heißt ein bekanntes Sprichwort. Und das kommt nicht von ungefähr. Wegen seiner zahlreichen Inhaltsstoffe wird dem Apfel eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Mehr als 30 Vitamine (zum Beispiel A, B1, B2, B6, C, E) sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalcium, Magnesium und Eisen finden sich unter der Schale, die selbst als wichtigster Vitaminspender der knackig-saftigen Frucht zählt. Bis zu 70 Prozent sind in oder direkt unter der Schale, wer den Apfel davon befreit, raubt ihm viel seiner heilfördernden Substanzen. Sie sollen zusätzlich helfen, den Cholesterinspiegel zu senken, auch zur Gewichtsreduktion kann der Genuss von Äpfeln beitragen. Kaum zu glauben, dass der Apfel auf lateinisch „Malus“ heißt, „das Böse“. Nicht nur wegen seiner positiven Eigenschaften für den Organismus ist der Apfel der Deutschen liebstes Obst. Schätzungsweise 25 Kilogramm verzehrt jeder Bundesbürger umgerechnet pro Jahr. In keinem anderen Land Europas werden mehr Äpfel verspeist. Beliebt sind die Früchtchen, die ihren Ursprung in Zentral- und Westasien haben und schon 10.000 vor Christus in Kasachstan gewachsen sein sollen – die Hauptstadt trug einst den Namen Almaty/Alma-Ata, „Stadt des Apfels“ – vor allem auch wegen ihres Geschmacks und ihrer Vielfalt. Süß, säuerlich, saftig und knackig sind Attribute der zahlreichen Sorten. Mehr als 20.000 verschiedene soll es mittlerweile weltweit geben, allein 2000 in Deutschland. Hier reicht die Geschichte der Frucht noch nicht so weit zurück. Nach Nord- und Mitteleuropa gelangten die Äpfel erst etwa 100 vor Christus mit den Feldzügen der Römer, welche die Früchte ebenso wie die Griechen als erste in Süd- und Osteuropa kultivierten. Über die alten Handelsstraßen erreichte das geschichtsträchtige Obst in der Antike die Region, das einst ausgesprochen teuer war. Die Griechen schätzten Äpfel als Aphrodisiakum, heute freut man sich über die schützende Wirkung vor Herz- und Kreislauferkrankungen sowie den stärkenden Einfluss auf das Immunsystem. Über Jahrtausende hielten sich hartnäckig Assoziationen, dass der Apfel als Symbol für Reichtum, Liebe, und Fruchtbarkeit stehe. Als Reichsapfel gehörte er zu den Insignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, eine entscheidende Rolle spielte der Apfel im Märchen Schneewittchen und auch der Nikolaus hat stets Äpfel in seinem Sack. Bei den Kelten soll er Sinnbild für Tod und Wiedergeburt gewesen sein. Mittlerweile gehört er einfach nur zum alltäglichen Speiseplan und ist längt nicht mehr das Luxusobjekt längst vergangener Tage. China und die Vereinigten Staaten gelten als die wichtigsten Erzeuger von Äpfeln, die einst klingende Namen trugen wie beispielsweise „Geflammter Kardinal“, „Der Schöne von Nordhausen“ oder „Rheinische Schafsnase“. Heute kennt man heimische Sorten wie Boskoop, Braeburn, Elstar, Gala oder Granny Smith (Beschreibungen siehe Kasten), meistenteils Kreuzungen verschiedener Sorten, die entscheidend sind für Erscheinungsbild und Geschmack. Denn im Supermarkt greift man gerne zum schönen runden und knackigen Apfel, der in strahlendem Grün wie der Granny Smith oder in leuchtendem Rot wie der Red Chief (Red Delicious) im Obstregal liegt. Und auch sie gehört zu den Lieblingen vor allem bei kleinen Apfelessern: die Pink Lady (Sortenname Cripps Pink), ein rosa bis pinkroter Apfel, der sehr fest und knackig ist, auch beim Backen geschmackvoll bleibt und sich als Tafelapfel gut eignet. Ganz nach dem Motto: „Reinbeißen und wohlfühlen!“