Rheinpfalz Verope baut für fünf Millionen Euro am Steitzhof an

Links das alte, von der Autobahn zu sehende Service-Center. Mit den Neu- und der Erweiterungsbauten wächst es um 2000 Quadratmet
Links das alte, von der Autobahn zu sehende Service-Center. Mit den Neu- und der Erweiterungsbauten wächst es um 2000 Quadratmeter.

Das 2011 eröffnete europäische Service-Center mit angeschlossener Entwicklung des schweizerisch-koreanischen Herstellers von Spezial-Hubseilen, Verope, am Steitzhof entwickelt sich prächtig. Für die ausgegründete Entwicklungsabteilung KV R&D GmbH wurde ein Laborgebäude angebaut, im kommenden Jahr wird das eigentliche Servicecenter um 1560 Quadratmeter erweitert. Investitionssumme: zusammen fünf Millionen Euro. 45 Mitarbeiter arbeiten an der Seilmacherstraße, zehn mehr als vor einem Jahr.

„Der weltweite Markt wächst mit der Bauindustrie, zudem gewinnen wir Marktanteile bei praktisch allen Kranherstellern hinzu“, nennt Verope-Chef Pierre Verreet den Grund für die Expansion. Am Firmensitz im schweizerischen Zug, wo der zentrale Verkauf und die Finanzabteilung residieren, arbeiten mittlerweile 20 Mitarbeiter, in den Vertriebsbüros von Indien bis Brasilien zehn weitere. Weil man sich von Händlern unabhängiger machen will, kamen jüngst Verope-Dependancen in Großbritannien und Frankreich hinzu. Auch am Steitzhof wuchs und wächst die Belegschaft. Die Entwicklungsabteilung für Seile wurde in die neugründete KV R&D GmbH ausgelagert. Sie nimmt in diesem Monat in dem deutlich erweiterten, bestehenden Entwicklungszentrum ihre Arbeit auf. Sechs Ingenieure, darunter zwei aus Südkorea, kümmern sich darin um die Qualitätssicherung, vor allem aber um die Entwicklung neuer Hubseil-Generationen. Verope ist auf dem Weg, die traditionellen Stahlseile mehr und mehr durch Faserverbundstoff-Seile mit geringerem Stahlanteil bis hin zu vollsynthetischen Seilen zu ersetzen. Sie werden neben verbesserten physikalischen Eigenschaften einen wesentlichen Vorteil haben: ein deutlich geringeres Gewicht. Obwohl die High-Tech-Seile teurer sein werden, werden sie für die Anwender wirtschaftlicher, zeigt sich Pierre Verreet überzeugt. Um die Entwicklung voranzutreiben, hat Verope eine Kooperation mit einer Ausgründung der renommierten technischen Hochschule ETH Zürich gegründet. „Wir stellen dem Institut Maschinen zur Verfügung, profitieren im Gegenzug von der Grundlagenforschung der Wissenschaftler. Ein lohnendes Invest in die Zukunft“, findet Pierre Verreet. Mit den High-Tech-Seilen wird sich auch die Anforderung an das Personal im Service-Center am Steitzhof ändern. Dort werden die in Contwig entwickelten, in zwei Werken in Südkorea gefertigten, dann per Schiff und LKW via Rotterdam auf Holzträgern, Haspeln, aufgerollten Seile gemäß Kundenwunsch auf Länge gebracht und mit den Endverbindungen für die Haken versehen. Und versendet. 2018 wird Verope erstmals am Steitzhof im Berufsbild des Seilers ausbilden. In der dreijährigen Ausbildung will sich Verope den Facharbeiter-Nachwuchs selbst heranziehen. Mit dem 31-jährigen Thierry Verreet, jüngster Sohn des Firmenchefs, ist ein weiteres Familienmitglied eingestiegen. Nach seinem Magisterstudium an der Technischen Universität Clausthal hat der Maschinenbau-Ingenieur als Produktmanager am Steitzhof begonnen, soll die neuen Generationen von Spezialseilen zur Marktreife bringen. Wie berichtet, hatte Verope vor zwei Jahren die Seile für einen der vier Schrägaufzüge des Eiffelturms geliefert. Zur vollsten Zufriedenheit der Betreibergesellschaft. Jetzt steht der Ost-Aufzug des Pariser Wahrzeichens vor der Erneuerung. Weil die Hydraulik des Ost-Aufzugs sich von der vorigen unterscheidet, müssen die Seile eigens entwickelt werden. Damit beschäftigt sich ein Team am Steitzhof zurzeit. „Ich bin mir sicher, wir finden die Lösung“, sagt Thierry Verreet verschmitzt. Optionen hat Verope am Steitzhof. Mit der drei Millionen Euro teuren Erweiterung des Hauptlagers, die eine teure Vergrößerung des Löschteichs des Industriegebiets bedingt, ist die Kapazität des „Ur-“Grundstücks (Verope war 2008 erster Käufer der Zweckverbandsgebiets-Erweiterung) erschöpft. Wie berichtet, hat Pierre Verreet aber im vergangenen Jahr ein 20.000 Quadratmeter großes, anschließendes Grundstück erworben. „Wir haben eine dynamische Entwicklung in Contwig hingelegt, und ich bin mir sicher, dass es so weitergehen wird“, sagt der 63-Jährige. Ziel sei es, neben Seil-Entwicklung und -Versand auch eine Produktion am Steitzhof zu etablieren. Gerade die Entwicklung vollsynthetischer Seile biete dazu Möglichkeiten.

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