Rheinpfalz »Unter Verdacht: Evas letzter Gang« – Senta Berger löst ihren finalen Fall als Kriminalrätin Prohacek: Würdiger Abschluss für die tapfere Eva
Eine der besten Krimireihen im deutschen Fernsehen geht zu Ende: „Unter Verdacht“ mit Senta Berger als Kriminalrätin Eva Maria Prohacek, die bei der Münchner Polizei für Beamtendelikte zuständig ist. In der Folge „Evas letzter Gang“ löst sie ihren 30. und letzten Fall – und auf den allerletzten Metern der Reihe muss Prohaceks korrupter und niederträchtiger Vorgesetzter, der von Gerd Anthoff großartig verkörperte Claus Reiter, endlich für seine vielen Schandtaten büßen. Der Krimi ist ein würdiger Abschluss und vor allem für Prohacek-Fans der ersten Stunde ein absolutes Muss, denn hier schließt sich ein Kreis: Das Drehbuch greift die Handlung der ersten beiden Folgen auf – Autor war damals wie heute Alexander Adolph. Eva Maria Prohacek kam zu Beginn der Krimireihe 2002 als Leiterin der neuen Abteilung für interne Ermittlungen nach München, um Korruption bei den Beamten im Freistaat Bayern zu bekämpfen. Sie witterte sofort, dass ihr Vorgesetzter Claus Reiter in ein übles Verbrechen verstrickt war: Skrupellose Geschäftemacher brannten ein Haus nieder, das einem lukrativen Projekt im Weg war, und eine zweifache Mutter kam dabei ums Leben. Nachweisen konnte sie ihrem Chef nichts, auch nie bei seinen späteren Machenschaften. Kurz vor ihrer Pensionierung wird die ebenso sensible wie streitbare Kriminalrätin nun von dem alten Fall eingeholt: Ein Polizist erschießt sich vor den Augen seiner jungen Kollegin Sarah (Julia Franz Richter), die kurz darauf spurlos verschwindet. Zu spät erkennt Prohacek in Sarah die Tochter des damaligen Brandopfers, die sich immer noch an den Schuldigen rächen will und dabei Reiter samt seinen korrupten Freunden in die Quere kommt. Unterstützt wird die Ermittlerin wie eh und je von Kommissar André Langner: Rudolf Krause hat aus dem linkischen Lulatsch mit der absolut integren Haltung stets ein Kabinettstück gemacht, er glänzt auch in der finalen Folge von Regisseur Andreas Herzog. Die komplexen Figuren und die bedrückenden, oft auf reale Missstände verweisenden Fälle zeichneten die Reihe stets aus, sie bekam bei ihrem Start vor 17 Jahren vom Fleck weg den wichtigen Grimme-Preis. Warum ist nun Schluss? Sie sei mit 78 Jahren zu alt, um die Figur noch realistisch zu verkörpern, sagt Senta Berger. Sie betont: „Es geht um die Glaubwürdigkeit der Figur und damit auch um die Glaubwürdigkeit der Geschichten, die wir erzählen.“ Ihr sei es auch wichtig gewesen, dass die Reihe nicht dramatisch aufhöre – ihr Wunsch wurde respektiert, am Ende von „Evas letzter Gang“ geht Prohacek unspektakulär ihrer Wege.