Rheinpfalz Und „Klausi“ fällt gar nichts ein
Die Prunksitzung des Karnevalvereins „Wilder Haufen“ in Hinzweiler erwies sich wieder als ein vollkommener Beitrag zum Brauchtum Fasnacht. Mit überwiegend geschliffenen Büttenreden und Gesang bot der Verein in der Königslandhalle ein ansprechendes Programm.
Kevin Kalweit verkörperte einen Feuerwehrmann, der den letzten Einsatz nicht überlebt hatte. Jetzt sei er bei der himmlischen Feuerwehr und blicke auf seine schwere Tätigkeit zu Lebzeiten zurück. So hatte er seine liebe Not mit dem Einsatzfahrzeug, bei dem sich kein erster Gang einlegen ließ. Kurzum bewältigte er die Strecke zum Einsatz im Rückwärtsgang. Über benachbarte Feuerwehren machte er sich trefflich lustig. Die „Landfrauen“ Melanie Rasing, Jessica Stapel und Lisa Hein fragten sich, ob Eier in den Kuchen kommen und wie viele. Während es sich die eine im Sessel bequem machte, musste die andere Hausarbeit leisten und sich sagen lassen, dass man Kleider vor dem Aufhängen wäscht. Die Tochter schwärmte von einem modernen Haushalt und entdeckte Socken, die man beidseitig anziehen kann. Die besten Verhütungsmittel seien Terpentin und Eier, berichtete „Tussnelda“ Brigitte Wahl. Ausführlich plauderte sie über all ihre nicht erfüllten Wünsche, meist in der Nacht. Nicht immer deutete sie die Aussagen ihres Umfeldes richtig, sondern interpretierte Worte gegenteilig. So wollte sie beispielsweise von der Krankenkasse die Fahrtkosten erstattet haben, weil sie ihre Arznei in einem Zug nehmen sollte. Im Wartezimmer der „Arztpraxis Doktor Firlefranz“ hatten sich einige kranke Patientinnen eingefunden. Christa Groß, Lisa Hein, Angela Jung, Yvonne Mahler, Melanie Rasing und Jessica Stapel hatten so genügend Zeit, über die Nachbarn zu tratschen. Wortlos gestaltete sich der Dialog zwischen einer Stadtfrau und einer Landfrau, hervorragend präsentiert von Jasmin Rasing und Brigitte Wahl. Der „Sketch ohne Worte“ war trotzdem geistreich. Die Stadtfrau mit Einkaufstasche unterschied sich deutlich von der Landfrau mit Henkelkorb. Sie braucht keinen Spiegel, eine glänzende Schüssel bringt den gleichen Effekt. Auf dem Land wird Schminke mit Margarine und Parfüm durch Maggi ersetzt. „Es Friedche“ (Angela Jung) hatte nichts besseres zu tun, als über ihre bessere Hälfte herzuziehen. An ihrem „Alten“ ließ sie kein gutes Haar. Egal, was er auch tat, sie kam aus dem Meckern nicht heraus. Und überhaupt: In der Welt läuft alles falsch, nur sie habe die richtige Einstellung zum Leben. „Klausi“ (Klaus-Peter Mahler) ist dieses Jahr nichts für einen Vortrag eingefallen. Doch schnell fand er zu einem humorvollen Vortrag, indem er über seine Erlebnisse erzählte. Der Wurstmarkt sei für ihn eine Herausforderung gewesen zwischen all den vielen Schoppen. Irgendwie muss dort der Grund gelegen haben für seine späteren Erscheinungen. Den Reigen der Tänze eröffneten die „Wilden Hühner“, eine Tanzformation aus den eigenen Reihen. Die altersgemischte Gruppe tanzte um die „Eiskönigin“ mit schnellen Schrittfolgen und Hebefiguren. Erstmals stand diese Mädchengruppe unter der Trainerschaft von Anna-Lena Rumpf und Meike Biedinger. Das Männerballett verkörperte so manches Schlagersternchen und plötzlich huschten Frösche über die Bühne. Einstudiert wurde der Schautanz „Küss den Frosch“ von Laura Thiele und Katherina Henrich. Dieses Trainerpaar begleitete mit Fachwissen auch die „Crazy Girls“ bei ihrer tänzerischen „Reise um die Welt“, einem statisch-militärischen Auftritt. Das Männerballett bildete dann als „Backstreet Boys“ den krönenden Abschluss. Die von Hanna Mahler trainierten „Magic Girls“ verkörperten tänzerisch „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Das „Trio Bleed“ (Ralf Schwambach, Klaus-Peter Mahler und Guido Zickgraf) erläuterte sängerisch, dass eine Rummelrübenrupfmaschine „die Riewe raus roppt“. In Playback-Auftritten stellte Jürgen Thiele den Schlagerstar Howard Carpendale und zusammen mit Fabian Klein das Duo „Modern Talking“ dar. Jasmin Rasing und Philipp Gruber führten mit Witz durch den geselligen Abend.