Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz des schlechten Wetters: Erstes Weinfest auf Burg Lichtenberg gut besucht

Gut besucht: die Premiere von „WeinLichter“ auf Burg Lichtenberg. Foto: m. hoffmann
Gut besucht: die Premiere von »WeinLichter« auf Burg Lichtenberg.

Es ist zwar Mai, doch die Temperaturen ließen eher an Februar denken: Das erste Weinfest auf Burg Lichtenberg unter dem Motto „Wein Lichter“ lockte dennoch schon von Freitagabend bis Samstagnachmittag mehr als 1500 Besucher auf die Unterburg, am Samstagabend kamen beim Auftritt der „Hunsrücker Spitzbuwe“ etliche hinzu.

Etwa zehn Stände boten auf der Unterburg im Halbrund ihre Weine und Liköre an, dazu gab es Flammkuchen, Flammlachs, Bratwürste und Frikadellen. Neben der Vinothek aus Kusel waren auch überregionale Anbieter wie das Weingut Barth aus Meisenheim, das Weingut Kochan & Platz von der Mosel und Holz-Weisbrodt aus der Vorderpfalz vertreten. Die meisten Besucher waren wetterfest gekleidet, viele waren mit der gesamten Familie gekommen, auch viele Hunde genossen einen Spaziergang über das weitläufige Burggelände. Deutsch und englisch schwirrten durcheinander, zum Weinfest waren auch viele amerikanische Gäste aus der Kuseler Umgebung oder aus Ramstein gekommen.

Unter ihnen waren Andrew und Margaret Wood aus Virginia. „Wir leben seit vier Jahren in Deutschland und sind jetzt zum zweiten Mal auf Burg Lichtenberg,“ erzählte der junge US-Amerikaner. Gekommen sind sie, weil sie neugierig auf das Weinfest waren. „Ich trinke, was immer es gibt, das ist okay für mich.“ Seine Frau Margaret dagegen hat klare Vorlieben. „Ich mag vor allem süße Weißweine.“ An ihrer ersten Kostprobe, einem Riesling, schnupperte sie schon mal vorab, dann trank sie mit sichtlichem Behagen. „Hm, das ist wirklich gut,“ war sie begeistert. „Da ist viel Frucht und Zucker drin“, stellte auch ihr Mann Andrew fest.

Gäste trotzen dem Hagel

Zwischenzeitlich kam kurz Hagel herunter, die Gäste suchten Schutz unter den Ständen, ließen sich aber die gute Laune durch das nasse Intermezzo nicht verderben. Dillan und Raeanne Kraupmann aus Konken hatten mit ihren beiden Hunden Tula und Ely den Weg zum Weinfest gefunden. Die Kälte störte sie gar nicht: „Wir kommen aus Minnesota, da ist es oft sehr kalt“, lachten die beiden Amerikaner, die seit zwei Jahren in Deutschland leben und ausgesprochene Fans von Burg Lichtenberg sind. „Wir lieben die Burg und bringen immer Gäste mit, das ist ein Lieblingsplatz von uns“, schwärmten sie. „Und jetzt haben wir gehört: Sie machen da ein Weinfest – und wir sind da!“ Raeanne probierte spontan eine liebliche Scheurebe, zeigte sich aber weniger begeistert davon. „Das ist nicht mein Lieblingswein,“ meinte sie. „Er ist zu süß.“ „Ja, feinherb ist besser,“ stimmte auch ihr Mann Dillan zu. Aber es gab ja noch mehr Stände und viele weitere Weine zum Ausprobieren.

„Ich finde Weinfeste toll“, sagte Susanne Ziemer, die mit ihrer Tochter Lena zur Burg gekommen war. „Das ist mal was anderes. Ich kann hier Weine von vielen verschiedenen Weingütern probieren. An der Mosel ist das Gang und Gäbe, bei uns fehlt so etwas.“ Bisher hat ihr ein weißer Rivaner am besten geschmeckt. „Der war wirklich gut,“ schmunzelte sie mit einem genießerischen Lächeln.

Veranstalter Thorsten Barz zufrieden

Trotz des Wetters zeigte sich auch Veranstalter Thorsten Barz, Geschäftsführer von Speed of Sounds und der Vinothek Kusel, zufrieden. „Wir hatten ja angesichts der Wetterprognose von Mittwoch überlegt, das Weinfest um eine Woche zu verschieben,“ erzählte er. „Aber die Vorhersage für das kommende Wochenende war noch schlechter.“

Die Idee war durch das Winzerfest in Offenbach-Hundheim entstanden. „Warum machen wir so etwas nicht auch hier? Die Burg ist doch eine ideale Plattform.“ Ein Tribut an das Wetter waren Glühwein und die überall aufgestellten Heizpilze. „Damit haben wir es den Leuten etwas gemütlicher gemacht. Und bis jetzt nehmen sie das Fest auch gut an.“ Noch mehr Besucher erhoffte sich Barz für den Abend. „Die ,Hunsrücker Spitzbuwe’ spielen mit zwei Mann mindestens sieben Instrumente und alles querbeet durch die Musikstile.“

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