Rheinpfalz Treckerfreunde in den Bergen

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Sie sind am Ziel. Die drei Treckerfahrer und ihre beiden Beifahrer sind ohne Zwischenfälle im italienischen Saltaus bei Meran angekommen. Mal abgesehen von Schnee, begeisterten Polizisten und einem großen Hallo von einer Harley aus gab es keine nennenswerten Vorkommnisse. Heute wollen sie die Trecker wieder anwerfen und heimwärts Richtung Kollweiler fahren.

Sonntagnachmittag, ein zufriedener Dirk Diehl vermeldet aus Saltaus: „Wir sind angekommen!“ Wir, das sind Rudi Diehl auf seinem Kramer, Dirk Diehl auf seinem Porsche und Michael Höh auf seinem IHC, und natürlich die beiden Beifahrer Benno Müller und Michael Brazda. Die Truppe war am vergangenen Mittwoch in Kollweiler gen Süden gestartet. Bis auf eine stromfressende Batterie hat die alte Technik bislang eine fast schon beängstigende Zuverlässigkeit bewiesen. Das war nicht immer so. Auf früheren Touren wurde schon mal ein allzu bockiger Traktor mit dem Tieflader eingesammelt. Diesmal läuft es dagegen rund. Seit Montag genießen die Männer die Bergansichten aus den Wanderschuhen heraus. Dem Sitzfleisch wird die redlich verdiente Auszeit gegönnt. Täglich bis zu elf Stunden bei ruckelnden 25 Kilometern pro Stunde auf einem nicht wirklich komfortablem Sitz, das ist kein Zuckerschlecken. Sonne, Regen und Schneefelder gibt es gratis obenauf. Das beeinflusst aber weder Mensch noch Maschine. Am Samstag gegen Mittag rollen die Pfälzer Treckerfahrer in Davos ein. „Das ist mit 1500 Metern die höchstgelegene Stadt Europas“, berichtet Dirk Diehl von seinem roten Porsche, anno 1963 aus. Mit dem Auto kann das jeder. Aber Kollweiler und Davos mit dem Trecker zu verbinden, das ist schon speziell! Und ab Davos lauern auch noch Schneefelder. Es geht hoch auf 2400 Meter. Kein Problem, die alten Maschinen schnurren ohne Fehl und Tadel die steilen Berge hoch. Der Flüelapass wird überrollt und entspannt geht es abwärts – direkt hinein in eine Polizeikontrolle! „Ein Schild übersehen? Oder was haben wir falsch gemacht?“ Die Männer grübeln. Alles gut, der Polizist outet sich als absoluter Traktorfan. Ein bisschen fachsimpeln, einmal auf dem roten Porsche sitzen und schon trennt man sich wieder. Der beseelte Polizist fährt weiter Streife, die Männer nähern sich dem vorletzten Etappenziel. Da liegen schon viele Kilometer der langsamen Reise hinter ihnen. Mit 85 Kilometern und viel Regen war die Truppe in Kollweiler in den ersten Tag gestartet. Am Tag zwei schuften die Maschinen: 201 Kilometer über Frankreich in den Schwarzwald bewältigen die drei Schmuckstücke. Ankunft nach 20 Uhr und kein Hotel frei. Bis die gemütlichen Trecker die nächste, nicht wirklich weit entfernte freie Unterkunft erreichen, bietet die Dunkelheit dem Tag die Stirn. „Das gehört dazu“, sagen die Männer lapidar. Auch die annähernd 40 Grad, die sich am dritten Tag bei prächtigem Sonnenschein in Gesellschaft der schnurrenden Diesel ergeben, werden nicht beklagt. Warum auch, der Bodensee zeigt sich und in Konstanz gibt es frisches Baguette mit Salami aus Kollweiler. Überhaupt hat der Tag bis zum Etappenziel in Liechtenstein, das sich nach 188 Kilometern auftut, so einiges im Gepäck, wie Dirk Diehl berichtet: „In Lichtenstein stoppen uns plötzlich zwei Harley-Fahrer. Einer steigt ab, ruft „Michel“. Es war sein früherer Kollege aus Landstuhl, der seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz wohnt, im Internet von der Tour gelesen hat und uns dann wirklich zufällig begegnete.“ Die Welt ist klein und auffällig, jedenfalls wenn man mit dem Traktor reist. Ab heute rollt sie wieder, die Gemütlichkeit. Die Heimfahrt ist über Kempten, Tübingen und Speyer bis Kollweiler geplant. Samstag wollen die fünf Trecker-Reisenden zurück sein, dann werden insgesamt rund 1500 Kilometer in den alten Arbeitstieren stecken – und in den Knochen der Kollweilerer Fahrer und Beifahrer wohl auch.

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