Rheinpfalz Spannende Wochen bei der WM

Spricht fließend Französisch: Sarah van Rijbroek.
Spricht fließend Französisch: Sarah van Rijbroek.

«Mannheim/Paris.» Hier und da gibt es die Möglichkeit für einen Händedruck oder einen kurzen Wortwechsel. „Beim Abschied bedanken sich die Leute oft bei uns“, sagt Sarah van Rijbroek. Auf diese Weise kommen die Studentin aus Mannheim und die anderen Volunteers während der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich auch mal in Kontakt mit Emmanuel Macron oder Gianni Infantino, dem französischen Staatspräsidenten beziehungsweise dem Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa. Van Rijbroek ist derzeit in Paris als freiwillige Helferin im Einsatz, in erster Linie allerdings nicht, um Berühmtheiten die Hand zu schütteln, sondern um sich selbst weiterzuentwickeln und Teil einer Großveranstaltung zu sein. „Hier findet ein großer kultureller Austausch statt“, sagt die 22-Jährige, die „noch keine Sekunde bereut“ hat, sich als Volunteer für die Frauen-WM beworben zu haben. Nach einem Schüleraustausch in Frankreich vor ein paar Jahren fühlt sie ohnehin eine Nähe zum Nachbarland und nutzt deshalb die Gelegenheit, bei der Weltmeisterschaft mit Menschen aus Frankreich und der ganzen Welt zusammenzukommen. „Hier sind viele Franzosen, aber auch Leute aus Brasilien oder anderen Ländern“, berichtet van Rijbroek begeistert. Sie ist fasziniert, wie die Unterschiede in Einstellung und Arbeitsmoral zusammenfließen: „Das ist das Spannende.“ An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim studiert sie Veranstaltungsmanagement und ist sicher, ihre Eindrücke während der WM für ihr späteres Berufsleben nutzen zu können. So gibt es viele positive Aspekte, die dafür sorgen, dass van Rijbroek die Wochen in Frankreich in vollen Zügen genießen kann. Im vergangenen Jahr sah sie bei Facebook einen Aufruf, sich als Volunteer für die WM in Frankreich zu bewerben, und war direkt interessiert. Selbst spielt die 22-Jährige nicht Fußball, die Begeisterung für den Sport stand aber auch nicht an erster Stelle, sondern die Aussicht auf spannende Wochen bei einem großen Ereignis. Dafür opfert van Rijbroek einen Teil ihres Jahresurlaubs. Die Unterkunft in Paris bekommt sie vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) gestellt und hat neben den Einsätzen bei der Weltmeisterschaft Zeit, die Metropole zu erkunden. Weil van Rijbroek fließend Französisch und Englisch spricht, wird sie bei den WM-Spielen in Paris im Stadion im VIP-Bereich eingesetzt. „Wir müssen die Kartenkontrolle durchführen, die Gäste zu den Logen führen und darüber hinaus bei Fragen und Problemen zur Verfügung stehen“, berichtet der Volunteer. Die Partien kann sie deshalb nicht live verfolgen, aber sich über einen Monitor im Logenbereich ansehen. Schlimm ist das nicht, die Erfahrungen rund um die Matches überwiegen eindeutig. Zu Beginn des Monats wurde van Rijbroek zunächst beim Kongress der Fifa eingesetzt, der ebenfalls in Paris stattfand. Seit dem WM-Start ist sie bei allen Partien im Prinzenpark-Stadion dabei. Bislang sah sie noch keine Partie der deutschen Mannschaft, und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn durch die bisherigen Erfolge der DFB-Auswahl wird diese auch kein Spiel mehr in dem Stadion in der Hauptstadt austragen. Doch unabhängig davon, und auch ganz gleich, wie die deutschen Fußballerinnen heute Abend in Rennes gegen Schweden spielen – van Rijbroek ist von der Zeit als Volunteer begeistert: „Es war eine bewusste Entscheidung, mich zu bewerben. Und es hat sich gelohnt.“

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