Rheinpfalz Sie zeigen das Wetter an

Mit dem dunklen „Zweizack“ als Schwanz, dem dunkelblauen Gefieder an der Oberseite und dem hellen Bauch sind Schwalben gut zu erkennen. In großen Gruppen, den sogenannten Kolonien, brüten sie. An mancher Hauswand oder Scheune sind die vielen runden Nester der Schwalben noch zu finden. Genauer handelt es sich um die Mehlschwalbe, die auch Hausschwalbe genannt wird, erklärt Vogel-Experte Peter Schmidt .
Schwalben sind schlanke, elegant fliegende Singvögel mit kleinen Füßen. Sie erbeuten ihre Nahrung im freien Flug. Drei Arten der Schwalbe gibt es in Deutschland häufig: Die Rauchschwalbe (auch Stallschwalbe genannt), die Mehlschwalbe und die Uferschwalbe brüten von April bis Oktober. Die Uferschwalbe hat es, da sie ihre Brutröhren an Uferböschungen baut, besonders schwer, erklärt Schmidt. Das nächste Vorkommen dieser Schwalbenart ist heute in der Vorderpfalz. Die kalte, nahrungsarme Jahreszeit verbringen alle Schwalbenarten in Afrika. Erkennen kann man eine Schwalbe zumeist an ihrem schwarzbraunen Schwanz. Dieser ist lang und sieht aus wie ein zweizackiger Gabel-Spieß. Die Flügel der Schwalben sind schmal, der ganze Körper stromlinienförmig. Typisch für Schwalben sind der kurze, breite Schnabel und die kleinen Füße. Sie sind gut zum Festhalten an steilen Wänden und gar nicht zum Gehen geeignet, erklärt Peter Schmidt. Die größte Schwalbenart ist mit fast 20 Zentimetern die Rauchschwalbe. Oberkopf, Kopfseite und die gesamte Oberseite sind bei ihr dunkelblau. Die Stirn, das Kinn und die Kehle sind auffällig kastanienrot gefärbt. Der Bauch und die Brust sind hell. Alle Schwalben fangen ihre Nahrung in der Luft. Sie erbeuten vor allem fliegende Insekten – „meistens Fliegen, Käfer und Falter“, erklärt Schmidt. „Diese Insekten fliegen nur wenige Meter über dem Boden. Wenn aber im Sommer die Sonne die Luft erwärmt, strömt diese nach oben und trägt die Insekten mit nach oben, wie ein Segelflugzeug“, verdeutlicht der Fachmann. „Die Schwalben folgen ihrer Nahrung und zeigen so dem Beobachter die Wetterlage an. Fliegen die Schwalben hoch, scheint die Sonne. Fliegen sie tief, ist die Luft feucht und kalt, die Insekten bleiben unten, die Schwalben ebenso. So zeigen die Schwalben kommenden Regen an“, erklärt Schmidt weiter. Im mitteleuropäischen Winter verstecken sich die Insekten vor Kälte und Frost. Die Schwalben können sie nicht mehr im Flug fangen und müssen in den Süden ziehen, um Nahrung zu finden. Fast alle fliegen über das Mittelmeer und die Wüste Sahara ins tropische Afrika. Der Nestbau der Schwalben ist charakteristisch, denn sie bauen an schlecht zugänglichen Stellen. Mehlschwalben sind vorzugsweise an Häusern zu finden. Gerade an manchen Bauernhäusern haben sich große Schwalbenkolonien angesiedelt. Oft sind diese sehr erwünscht, weil die Schwalben Insekten fressen. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Mehlschwalben, bevorzugen Rauchschwalben zum Nestbau Kuhställe und Scheunen. Dabei sind sie auf die Hilfe der Bauern angewiesen: Gekippte Fenster, die Einlass in das Innere der Ställe bieten, sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich Rauchschwalben überhaupt ansiedeln können. „Auch sie sorgen für die Beseitigung lästiger Insekten und helfen so den Nutztieren, den Bauern und uns allen“, schwärmt der Vogelexperte des Naturschutzbundes (Nabu). Das Koloniebrüten in einer großen Gruppe mit anderen Schwalben bietet große Vorteile: Manche Schwalben legen ihre Eier einfach zum Nachbarn und diese kümmern sich dann um das Ausbrüten. Andere helfen sich beim Füttern des Nachwuchses aus, das fällt in die Kolonie kaum auf. Mit sogenannten Schwalbenhäusern versucht mancher Hausbesitzer, den Schwalben künstliche Nistplätze anzubieten. „Die Ortsgruppen des Nabu helfen gerne beim Aufhängen und beraten interessierte Schwalbenfreunde“, darauf möchte Peter Schmidt aufmerksam machen. (rma)