Rheinpfalz Schub für die Wieslauterbahn

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Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Wenn der Kreistag am Montag zustimmt, könnte die Modernisierung der Wieslauterstrecke zwischen Hinterweidenthal und Bundenthal von einem Förderprogramm profitieren, bei dem das Land 85 Prozent der Kosten von 8,6 Millionen Euro übernehmen würde. Allerdings müsste der Kreis selbst 846.000 Euro aufbringen. Auch die Verbandsgemeinden Dahner Felsenland (235.000 Euro) – als Eigentümerin der Strecke – und Hauenstein (83.000 Euro) beziehungsweise die betroffenen Ortsgemeinden sind gefragt.

Eile ist geboten, denn die Fördermittel des Landes aus einem feststehenden Budget werden „letztlich nach Eingang der Anträge vergeben“, wie der Kreis im Sanierungsbericht für die 15 Kilometer lange Wieslauterbahn, die seit 2008 von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) betrieben wird, feststellt. Es gibt nämlich Eigentümer vier weiterer Bahnstrecken im Land, die Geld aus dem gedeckelten Topf haben wollen. Dieser Topf ist mit 26 Millionen Euro gefüllt worden extra für Bahnstrecken, die weder der Bundesbahn gehören noch mit dem Rheinland-Pfalz-Takt bedient werden. Auf der Wieslauterstrecke verkehren Züge nur in der Tourismus-Saison zwischen Anfang Mai und Ende Oktober mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen. Als die AVG vor sechs Jahren schon einmal ein Sanierungskonzept vorlegte, beschloss der Kreistag grundsätzlich, den Ausbau der Wieslauterstrecke zu unterstützen. Damals allerdings ließ sich das 2,2 Millionen Euro umfassende Projekt, an dem sich der Kreis mit 366.000 Euro beteiligt hätte, aus förderrechtlichen Gründen nicht umsetzen. Nur der Bahnhaltepunkt Moosbachtal (Neudahner Weiher) wurde im Jahr 2013 für 141.000 Euro neu gebaut und der historische Esslinger Triebwagen restauriert (Kreisanteil: 52.000 Euro). Seitdem die AVG in Zusammenarbeit mit dem Schienen-Zweckverband die Strecke betreibt, sind die Fahrgastzahlen enorm gestiegen. Nach Einführung des Saisonkonzepts (statt ganzjährig an Sonntagen nun von Mai bis Oktober seit 2008 zusätzlich samstags und seit 2012 auch mittwochs) verdoppelte sich die Zahl zunächst auf 6800 und stieg dann bis zum Jahr 2014 auf 25.000 an; im vergangenen Jahr war ein leichter Rückgang auf 23.000 Fahrgäste zu verzeichnen. Seit 2010 verkehrt der Esslinger Triebwagen samstags umsteigefrei zwischen Karlsruhe und Bundenthal. Die Zugfahrten der DB Regio mit modernen Dieseltriebwagen sind für viele Jahre gesichert. Nachdem die Landesregierung die neue Förderrichtlinie am 16. Februar verabschiedet hatte, bekundete Landrat Hans Jörg Duppré gleich am 9. März das Interesse des Kreises an der Förderung der Wieslauterbahn durch das Land. Von den knapp 8,6 Millionen Euro Gesamtkosten fallen auf die Sicherungstechnik an den Bahnübergängen 3,6 Millionen Euro, auf die Sanierung der Gleise und Weichen 3,1 Millionen Euro und auf die Instandsetzung der 15 Brücken 1,9 Millionen Euro. Während die AVG den Eigenanteil für die Modernisierung der Gleise – abzüglich der Landesförderung – übernimmt (616.000 Euro), kommt der Kreis für den kommunalen Eigenanteil bei den Brücken (303.000 Euro) auf. Bei den Bahnübergängen ist es komplizierter. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz muss bei Bahnübergängen je ein Drittel vom Land, vom Straßenträger und vom Schienenbetreiber bezahlt werden. Für die von Gemeindestraßen betroffenen Bahnübergänge in Hinterweidenthal (zwei), Dahn (drei, ohne einen neuen Bahnübergang für die geplante Entlastungsstraße) sowie Dahn-Reichenbach und Bruchweiler (jeweils einer) müssten die Gemeinden oder die Verbandsgemeinden eintreten (insgesamt 318.000 Euro). Der Kreis würde bei den sonstigen Bahnübergängen neben seinem Anteil den des Schienenbetreibers sowie natürlich den Straßenanteil für seine K 42 (Bruchweiler-Reinigshof) übernehmen. Nun entscheiden die kommunalen Gremien darüber, ob sie bereit sind, das Projekt mitzutragen: am Montag der Kreistag, am Dienstag der Verbandsgemeinderat Hauenstein und voraussichtlich Anfang Mai der Verbandsgemeinderat Dahner Felsenland. Die VG Dahner Felsenland käme auch als Antragsteller in Betracht, da sie Eigentümerin der Wieslauterstrecke ist. Gegebenenfalls müssen auch die betroffenen Ortsgemeinderäte zustimmen, ihren Anteil an den Kosten der Sicherungstechnik der Bahnübergänge zu tragen – falls es die Verbandsgemeinden nicht für sie tun. Der Kreistag würde der Kostenübernahme in Höhe von 846.000 Euro am Montag nur unter der Bedingung zustimmen, dass die VG Dahner Felsenland als Eigentümerin der Wieslauterbahn das Sanierungskonzept unterstützt und die betroffenen Ortsgemeinden - respektive Verbandsgemeinden - ihre Finanzierungsbeteiligung beschließen, heißt es in der Sitzungsvorlage des Landrats. (ow)

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