Rheinpfalz Schnellere Hilfe im Wald

Die neuen Geräte sollen Brandbekämpfung auch in schwer begehbarem Gebiet erleichtern.
Die neuen Geräte sollen Brandbekämpfung auch in schwer begehbarem Gebiet erleichtern.

«HAUENSTEIN.» „Das ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung zu der Standardausrüstung, die unsere Wehren vorhalten“ – so kommentiert der Hauensteiner Wehrleiter Johannes Seibel die Anschaffung eines neuen Gerätesatzes, der zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung dienen wird. 20.000 Euro hat die Verbandsgemeinde in das neue Equipment investiert, für das noch Zuschüsse zu erwarten sind und über dessen Berechtigung es bei der gegenwärtigen Waldbrandbrandgefahrenstufe vier auf der fünfteiligen Skala und täglichen Berichten über Wald- und Flächenbrände keine Diskussionen gibt. „Nachdem sich die Wehrleute in den letzten Wochen mit dem neuen Material vertraut machen konnten, haben wir am Rauhberg eine Waldbrandübung durchgeführt, um das Gerät in der Praxis zu testen“, berichtet der Wehrleiter. Sie habe viele „wertvolle Erkenntnisse“ gebracht. Knapp 50 Wehrleute aus Hauenstein, Hinterweidenthal, Spirkelbach und Annweiler sowie Helfer des Technischen Hilfswerks Hauenstein waren in die Übung am Spirkelbacher Hausberg einbezogen. Das Übungsszenario sah vor, dass die Wehren einen an einem Steilhang ausgebrochenen Waldbrand von zwei Seiten – von unten und von oben – bekämpfen sollten, wobei das THW auch für die Absturzsicherung sorgte. Bei der Brandbekämpfung kamen dann die neuen Geräte zum Einsatz, die unter anderem aus den Erfahrungen großer Waldbrände in den USA und in Spanien entwickelt wurden. „Ziel der Waldbrandbekämpfung ist es, mit minimalem Wassereinsatz maximalen Löscherfolg zu erzielen“, informierte Seibel. Zu dem nun zur Verfügung stehenden Gerätesatz zählen zunächst Löschgeräte, wie beispielsweise acht Löschrucksäcke, die rund 20 Liter Wasser fassen und über eine „Lanze“ eine Wasserwurfweite von rund sieben Metern erreichen und sich damit für das Ablöschen eines Feuersaums oder von Feuerinseln eignen. Neben den gebräuchlichen Geräten wie der Löschpatsche und dem „Pulaski“, einer Kombination aus Axt und Hacke, enthält der Gerätesatz auch acht „Gorgui“-Mehrzweckwerkzeuge, die multifunktional als Axt, Hacke, Rechen und Harke eingesetzt werden können. In den vier Waldbrandboxen, die künftig mit dem Mehrzweckfahrzeug der Hauensteiner Wehr zum Einsatzort transportiert werden, sind auch Hilfsmittel, die den Transport von Ausrüstung und Gerät zur oft nur schwer zugänglichen Brandstelle erleichtern. Darunter sind fünf Rückentragen für je vier 15 Meter lange D-Schläuche samt Strahlrohren und Verteiler und mehrere Schlauchrucksäcke, die eine Verlegung einer Schlauchleitung während des Gehens ermöglichen. Auch eine „Hale Fyr Pak“- Rucksackpumpe gehört zum neuen Equipment, die eine Förderleistung von 285 Liter/Minute schafft. Um eine bessere Eindringtiefe des Löschwassers zu erzielen, kann Netzmittel über spezielle Strahlrohre beigemischt werden. Damit Löschwasser nahe am Brandort gespeichert und dann über die dünnen D-Schläuche eingesetzt werden kann, ist die Wehr nun mit Faltbehältern mit einem Fassungsvermögen von 1000, 3000 und 5000 Litern ausgestattet. Sie werden über eine Schlauchleitung von der nächsten Wasserstelle oder vom Tanklöschfahrzeug gespeist und ermöglichen den Löschangriff über mehrere dünnere und damit wassersparende Schläuche. Nicht zuletzt enthalten die Geräteboxen eine Vielzahl von Materialien zur persönlichen Sicherheit der eingesetzten Kräfte wie Schutzbrillen und Staubschutzmasken. Nach der Übung zog Johannes Seibel ein zufriedenes Fazit: „Es hat sich gezeigt, dass durch die Trageergonomie der Rucksäcke ein relativ müheloser Transport von Material und ein schneller Aufbau eines Löschangriffs auch in abgelegenen und schwer begehbaren Waldbereichen möglich ist“, konnte er beobachten. Und: Mit den verschiedenen Materialien könne der Löschangriff effektiv unterstützt werden. Nicht zuletzt habe auch die Zusammenarbeit der Einheiten „sehr gut“ geklappt. Natürlich sei der Schweiß bei der Übung am kräftezehrenden Steilhang und bei den derzeit herrschenden Temperaturen in Strömen geflossen, sagte Seibel, auch wenn man in Anbetracht der hohen Temperaturen auf die eigentliche feuerhemmende Schutzbekleidung verzichtet habe. Für den Ernstfall aber, dann, wenn die volle Montur zu tragen sei, sorge man dafür, dass die Einsatzkräfte frühzeitig durch Reservekräfte abgelöst werden. Und: Im Feuerwehrhaus habe man ausreichend gekühlte Säfte und Wasser gebunkert, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

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