Rheinpfalz Schleppertreffen lockt Besucher auch von weit her an

Ein roter Porsche: stolzer Besitz von Hartmut Kunz (rechts).
Ein roter Porsche: stolzer Besitz von Hartmut Kunz (rechts).

Alte Traktoren, Unimogs und Motorroller – insgesamt etwa 100 Fahrzeuge waren beim zweiten Schleppertreffen am Samstag zur Kerwe in Cronenberg auf einer großen Wiese ausgestellt. Zum Treffen aufgerufen hatte die „Interessengemeinschaf Wilde Horde“, die den Schützenverein bei der Ausrichtung der Kerwe unterstützte.

Aussteller aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus sind nach Cronenberg zum Schleppertreffen gekommen. „Wir haben mächtig die Werbetrommel gerührt“, sagte Hartmut Kunz. Die weiteste Anreise hatte der als „Deutz-Willi“ bekannte 82-jährige Winfried Langner aus dem niedersächsischen Lauenförde, der im Laufe seines Lebens mit seinem Traktor mitsamt Wohnwagen viele Kilometer zurückgelegt hat und dabei schon in Russland und am Nordkap unterwegs war. Unter den Ausstellern hatte Hartmut Kunz die meisten Fahrzeuge auf der Wiese gestellt, insgesamt zwölf Traktoren waren von ihm zu sehen: „Es macht einfach Spaß sich mit Gleichgesinnten über die alte Technik zu unterhalten“, sagte Kunz. Tom Danninger präsentierte einen alten Porsche-Traktor, Baujahr 1963: „Den habe ich kürzlich von Nachkommen eines verstorbenen Bauern gekauft. Dafür bin ich mit Anhänger nach Schleswig-Holstein bis an die dänische Grenze gefahren. Nach der Ausstellung wird er komplett zerlegt und wieder auf Vordermann gebracht“, sagt der ehemalige Kfz-Mechaniker, der als Lehrer arbeitet. Michael Hamburger, Arzt aus Kusel, ist mit einem Unimog, Baujahr 1999 nach Cronenberg gekommen. „Ich bin erstmals bei einem solchen Treffen dabei. Bei den Schleppertreffen sind nämlich stets auch Unimogs zu sehen, für die ich mich besonders interessiere“, sagt er. Unter den Traktoren, gibt es eine Abteilung „Scheunenfunde“ – Fahrzeuge, die noch großer Reparaturen bedürfen. „Für manche alte Traktoren werden mehr als 10.000 Euro bezahlt“, weiß Tom Danninger. Dies hänge jedoch vom Zustand und vom Hersteller ab. Einige Traktoren seien sehr gefragt, andere weniger. „In den 1950er und 1960er Jahren gab es weltweit 1500 Traktorenhersteller. Mittlerweile ist es nur noch ein Bruchteil“, berichtet Kunz. Im nächsten Jahr beteiligt sich zwar die „Wilde Horde“ wieder an dem Kerweumzug, ein Schleppertreffen werde allerdings erst wieder in zwei Jahren geben, dann auch an einem anderen Termin. „Schleppertreffen und Kerwe zusammen, das macht einfach zu viel Arbeit“, sagt Danninger. Im Jahre 2020 und danach immer wieder im Zweijahresrhythmus könnten sie sich dann voll und ganz auf die Schleppertreffen konzentrieren, freut er sich schon jetzt. Vom Cronenberger Kerwekonzept sind die besonders aktiven „Wilde Horde“-Mitglieder Tom Danninger, Hartmut Kunz und Timo Bühler allerdings überzeugt: Der Umzug des im vergangenen Jahr erstmals seit mehreren Jahren wieder gefeierten dörfliche Festes findet samstags statt – ein Unikum wohl im gesamten Landkreis. Üblich ist der Sonntag. Aber der Samstag finde einen riesigen Zuspruch und werde durchweg begrüßt, biete er doch den Vorteil, dass die Cronenberger dann kräftig feiern und am Sonntag ausschlafen könnten.

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