Rheinpfalz Plötzlich ist der Geschäfts-Anschluss weg

Offenbach-Hundheim. Pia Metzger wohnt in St. Julian. Ihre Praxis für Logopädie hat die Therapeutin im Schulweg in Offenbach-Hundheim. Dort war sie elf Jahre lang unter der gleichen Telefonnummer erreichbar. Bis der Telekom ein folgenschwerer Fehler unterlief. Seitdem ist die Nummer lahmgelegt. Obwohl die Logopädin alles daran setzt, dass das Missgeschick rückgängig gemacht wird, kommt sie kaum einen Schritt voran. Ihre berufliche Existenz ist dadurch gefährdet.
„Angefangen hat alles damit, dass bei meinem privaten Telefonanschluss eine Tarifänderung vorgenommen werden sollte“, berichtet Metzger. Am Freitag, 23. September, wollte die Logopädin ihr Telefon in der Praxis benutzen. „Es hat plötzlich nicht mehr funktioniert. Da stieg in mir eine unangenehme Vorahnung auf, die sich am nächsten Tag bestätigte: Ich erhielt von der Telekom nämlich ein Schreiben über meine Tarifänderung. Darin war zu lesen: ,Ihr Anschluss wird umgestellt.’ Aber nicht etwa mein privater, sondern der geschäftliche!“ Der Schaden habe sich nicht beheben lassen. Ganz im Gegenteil – das Chaos nahm erst seinen Anfang: „Es war der Wahnsinn. Montags darauf teilte mir ein Techniker der Telekom mit, dass mein Telefonanschluss für die Logopädie-Praxis gelöscht sei.“ Seit eineinhalb Monaten muss sich die Logopädin nun mit diesem Problem auseinandersetzen: „Man hängt in 1000 Warteschleifen, landet ständig bei einem anderen Mitarbeiter und muss jedes Mal die Geschichte von vorne erzählen. Es wurden mir mehrmals Rückrufe von irgendwelchen Leuten versprochen, die sich nie gemeldet haben. Manchmal wurde ich beim Weiterverbinden auch einfach aus der Leitung geworfen.“ Metzger schrieb sogar zwei Beschwerden an den Unternehmensvorstand: „Eine davon wurde erst mal mit einer standardisierten E-Mail abgetan“, erzählt sie ernüchtert. Mitte Oktober ein erster Lichtblick: „Ein Techniker machte möglich, dass ich angerufen werden kann. Inzwischen habe ich also wieder einen Telefonanschluss, aber leider mit einer anderen Nummer. Ich möchte, dass die alte Nummer auf diesen Anschluss übertragen wird. Das ist schließlich diejenige, unter der meine Praxis allen bekannt ist.“ Doch das ist bis heute nicht geschehen. „Das Allerschlimmste ist das Verhalten dieses Unternehmens. Nicht nur, dass sich keiner bei mir für den Fehler entschuldigt, das könnte ich noch gerade so verkraften. Mein Geschäftsanschluss ist tot, den hat die Telekom plattgemacht und ich musste einen Riesenaufwand betreiben, damit ich überhaupt noch mal einen Ersatz dafür bekam“, klagt die Logopädin. Wer nichts von der neuen Nummer weiß, der kann Pia Metzger nicht erreichen. Sie musste ihre Handynummer preisgeben. Vor allem mit Neuanmeldungen in der Praxis sehe es schlecht aus. „Der Konzern setzt meine Existenz aufs Spiel.“ Auch den Anbieter hat Pia Metzger schon zu wechseln versucht – vergeblich: „Ich habe bei Quix in Saarlouis angerufen, nur um zu erfahren, dass die da nichts machen könnten, sie seien von der Telekom abhängig.“ Tage später dann wieder eine Regung von der Telekom: Vergangenen Montag erhielt Pia Metzger einen vielleicht richtungsweisenden Anruf. „Man hat sich in dem Gespräch zwar nicht bei mir entschuldigt, aber immerhin eine Rechnung herabsetzen können, die ich zwischenzeitlich nun auch noch für diesen Übergangsanschluss erhalten habe.“ Das Unternehmen teilt auf Anfrage der RHEINPFALZ mit, Pia Metzger einen festen Ansprechpartner zur Verfügung gestellt zu haben. Die IT-Abteilung kümmere sich mit Hochdruck darum, den Fehler zu beheben. „Hier ist in der Tat einiges schiefgegangen“, so Klaus vom Hofe, Mitarbeiter der Telekom-Pressestelle. „Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten für die Kundin sehr.“ Noch hat die Geschichte kein zufriedenstellendes Ende für die Logopädin: „Der Herr, der mir zur Seite gestellt wurde, kann noch keine Zeit abschätzen, wann der Anschluss mit alter Rufnummer wiederhergestellt ist. Es kann also noch dauern, bis der Spuk vorbei ist.“ |phj