Rheinpfalz Notrufproblematik mit Kooperation begegnen

Günther Oettinger, Kommissar der Europäischen Kommission für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hält eine stärkere Zusammenarbeit der regionalen Notrufzentralen für notwendig, um Sprachbarrieren in Grenzgebieten und damit einhergehenden Problemen beim Absetzen von Notrufen über die 112 zu begegnen. Das geht aus der Antwort des Kommissars auf die Anfrage der Europaabgeordneten Birgit Colling-Langen hervor.
Der Hintergrund: In der Grenzregion zwischen Deutschland und Frankreich kommt es beim Absetzen von Notrufen über die 112 mit dem Handy immer wieder zu Problemen. Die Mobiltelefone wählen sich automatisch in das stärkste Netz ein. Das kann selbst auf deutsche Seite durchaus das französische Netz sein. So landen Anrufer mitunter bei der französischen Notrufzentrale, was zu Verständigungsschwierigkeiten und so zu Verzögerungen bei der Hilfeleistung führen kann. Die RHEINPFALZ berichtete zuletzt über zwei Beispiel aus Kröppen. „In Grenzregionen, in denen es mehr Pendler gibt, würde eine mehrsprachige Bearbeitung der Anrufe einen effektiven Zugang zu Notdiensten für alle EU-Bürger auf beiden Seiten der Grenze sicherstellen“, heißt es in Oettingers Antwort auf die Anfrage von Colling-Langen (CDU), die diese auf Bitten der Landtagsabgeordneten Susanne Ganster (CDU) gestellt hatte. Stetige Verbesserungen der Informationstechnik werden es laut Oettinger ermöglichen, „gleichzeitig mehrere Sprache zu vertretbaren Kosten im Netz zu handhaben“. Der Kommissar weist jedoch daraufhin, dass der Rechtsrahmen für die elektronische Kommunikation keine Verpflichtungen dazu enthält. „Sprachbarrieren in Grenzgebieten könnten durch die Zusammenarbeit regionaler Notrufzentralen überwunden werden, indem Relay-Übersetzungsdienste genutzt oder Verfahren für die Zusammenarbeit bei der Übersetzung geschaffen werden“, so Oettinger weiter. „Nach Informationen aus den Mitgliedsstaaten gibt es solche Dienste bereits in einigen touristischen Gebieten wie Paris oder London.“ Darüber hinaus sieht Oettinger die Lösung des Problems zunächst nicht als Aufgabe der EU an. „Die Mitgliedsstaaten und Regionen sind am besten in der Lage, den effektiven Zugang zu Notdiensten zu regeln und hierfür die erforderlichen technischen Lösungen umzusetzen.“ Die Dienststellen der Kommission werden das Problem bei Gesprächen mit den Mitgliedstaaten über die Umsetzung des Notrufs 112 gegebenenfalls zur Sprache bringen, so Oettinger abschließend. |dan