Rheinpfalz Noch Fragen, Moodle?

Contwig. Die Integrierte Gesamtschule Contwig bietet einen neuen Kanal an, den Eltern zur Kommunikation mit der Schule nutzen können: einen Live-Chat. Dabei schreibt man sich übers Internet am Computer Nachrichten hin und her. Schulleiter Thomas Höchst beantwortet seit vergangener Woche täglich eine halbe Stunden Fragen rund ums Thema Schulanmeldung. Die Aktion läuft noch bis Mittwoch. Andreas Sebald hat sich mit ihm über Lernkanäle, Facebook und Medienkompetenz unterhalten.
Das ist ganz einfach: Wir sind Projektschule Medienkompetenz, daher gibt es eine gewisse Verpflichtung, mit neuen Medien zu arbeiten. Bei uns gibt es in allen Klassenräumen elektronische Tafeln, Oberstufenschüler arbeiten mit Tablet, und wir arbeiten mit der Kommunikationsplattform Moodle. Nun bieten wir als weitere Ergänzung auch einen Live-Chat an. Damit reagieren wir auch auf die Tatsache, dass manche Eltern die Zeit nicht haben, persönlich in der Schule vorbeizukommen. Und: Mit dem Chat ist es theoretisch auch möglich, mit mehreren Leuten gleichzeitig zu kommunizieren. Wie läuft die Aktion aus Ihrer Sicht bisher? Wir bieten den Chat seit Anfang der Woche zu festen Zeiten an, täglich zwischen 10.30 und 11 Uhr. Pro Tag gab es bisher im Schnitt zwei Chats. Das ist keine Masse, aber die halbe Stunde ist ja nur eine Kernzeit. Ich schalte das Programm auch mal zwischendrin ein. Eltern können auch außerhalb der Kernzeit Anfragen schicken, die dann beantwortet werden. Erklären Sie doch bitte mal das Programm Moodle. Das ist eine Kommunikationsplattform, die im Schulbetrieb eingesetzt wird und auch vom Ministerium anerkannt ist. Das Programm bietet verschiedene Funktionen. Dort können beispielsweise Mitteilungen für die Eltern eingestellt werden, die Eltern können die Plattform nutzen, um mit Lehrern in Kontakt zu treten. Wir nutzen Moodle auch für den Unterricht. Dort finden sich beispielsweise Zusatzmaterialen für den Unterricht, Filme etwa, aber auch Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge. Das funktioniert sehr dezentral und kann differenzierend im Unterricht genutzt werden. Ich kann beispielsweise an vier Schüler den einen Auftrag, an vier andere einen anderen Auftrag vergeben – ohne Papier und ohne Kopieraufwand. Der Effekt: Die Schüler lernen den Umgang mit neuen Medien. Denn daran kommt man im Berufsleben heute nicht mehr vorbei, egal, welche Ausbildung die Schüler nach der Schule angehen. Wie steht es mit dem Lernen bei Ihnen? Sie mussten sich sicherlich auch auf die neuen Medien einstellen? Wir – wenn ich von wir rede, dann meine ich damit die Lehrer – mussten uns vorbereiten und dazulernen. Ganz klar. Wenn Leute sagen „Hey, ihr habt überall elektronische Tafeln, das ist toll“, dann ist das das eine. Man muss die Tafeln aber auch nutzen. Das bedeutet, dass wir uns in das Thema, in diese Techniknutzung, reinarbeiten mussten. Das gilt auch für Moodle. Wir haben dazu Fortbildungen und Studientage durchgeführt. Klingt nach viel Arbeit. Wie sieht das Kollegium den Aufwand? Natürlich gibt es nicht immer nur Begeisterung. Aber ich muss sagen, dass der Großteil der Kollegen die Vorteile sieht und mit der Zeit alle froh waren, diese Medienmöglichkeiten nutzen zu dürfen. Und: Es schafft auch Zufriedenheit bei den Eltern. Ich bin froh, dass wir diese Möglichkeiten haben und auch nutzen. Zurück zum Chat. Sie nutzen ihn im Moment für Fragen rund um die Schulanmeldung. Genau. Es geht dabei um konkrete Fragen: Wie sind die Öffnungszeiten? Was muss ich zur Anmeldung mitbringen? Welche Klassen kann ich wählen? Denken Sie, dass er auch bei anderen Themen zum Einsatz kommen kann? Wir wollen das analysieren, wenn die Aktion vorbei ist. Es stellt sich die Frage, ob sich der Mehraufwand lohnt. Schließlich kann in der halben Stunde nichts anderes gemacht werden. Wir schauen uns das an. Vielleicht gibt es in Zukunft ein- bis zweimal die Woche ein solches Angebot. Unabhängig davon nutzen Sie ja auch die Facebook-Seite der Schule und erklären dort Dinge mit Videos. Wir leben in einem Zeitalter, in dem sich die Menschen ihre Informationen über verschiedene Kanäle holen. Wir bedienen diese Kanäle: Facebook, unsere Homepage, sei es nun als Chat, als Video oder einfach nur zum Nachlesen. Bei Schülern würden wir von unterschiedlichen Lernkanälen sprechen. Wir bieten überall die gleichen Informationen an, in unterschiedlichen Formen. Wenn wir damit mehr Menschen erreichen, dann ist das doch gut. |bld