Rheinpfalz „Nicht gerade beruhigend“

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Die örtlichen deutschen Behörden hatten laut dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt, keine Kenntnis darüber, dass in den Jahren 2007, 2009 und 2010 offensichtlich lebende Anthraxsporen durch die US Army an ein US-Labor in Landstuhl versendet wurden (wir berichteten gestern in der RHEINPFALZ am Sonntag). Er fordert nun eine rasche und lückenlose Aufklärung der Geschehnisse von der US-Seite.

Degenhardt

erklärte, es sei unverständlich und sehr befremdlich, dass die örtlichen deutschen Behörden wieder einmal von solch schwerwiegenden Ereignissen keine Kenntnis erlangt hätten. Auch wenn die jetzt veröffentlichten Geschehnisse schon einige Jahre zurück liegen sollten, so gäben die Vorgänge doch großen Anlass zur Sorge, so der Bürgermeister weiter. Bürgermeister Degenhardt kündigte an, sich in einem Schreiben an den Kommandeur der US Army Garnison Rheinland-Pfalz, Colonel Wells, auch nach dem Zweck und der Arbeitsweise des betreffenden Labors in Landstuhl zu erkundigen. Die Erkenntnis, dass es hier offensichtlich ein Labor gebe, in dem routinemäßig mit biologischen Kampfstoffen umgegangen werde, sei nicht gerade beruhigend, so Degenhardt. Er erwarte in jedem Fall umfassende Informationen von der US-amerikanischen Seite in den nächsten Tagen. CDU-Landtagsabgeordneter Marcus Klein hat sich derweil mit einer kleinen Anfrage an die Mainzer Landesregierung gewandt. Unter anderem möchte der Abgeordnete wissen, ob die Anthraxsporen noch an rheinland-pfälzischen Militärstandorten vorhanden sind und welche potenziellen und konkreten Gefahren für die Zivilbevölkerung in der Region bestanden haben oder eventuell sogar noch weiterhin bestehen. Auch die Frage, inwieweit die Landesregierung Maßnahmen ergreifen kann und wird, um Experimente mit Biokampfstoffen in Rheinland-Pfalz auszuschließen, möchte Klein geklärt wissen. (red/bby)

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