Rheinpfalz Neue Ideen für den Tourismus

Anziehungspunkt für Touristen und Pilger: die Wendalinusbasilika in der Kreisstadt.
Anziehungspunkt für Touristen und Pilger: die Wendalinusbasilika in der Kreisstadt.

Die Kreisstadt St. Wendel will ihre touristischen Aktivitäten neu ausrichten. Vor diesem Hintergrund wurde die Abteilung für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung jetzt eigens um eine touristische Fachkraft erweitert. Aufgabe des Teams sei es, neue touristische Projekte und frische Ideen zu entwickeln, betont Stadtbürgermeister Peter Klär.

Nach Angaben von Klär sollen vorhandene Stärken ausgebaut und zugleich neue Zielgruppen erschlossen werden. Damit solle das touristische Potenzial der Kreisstadt noch besser ausgeschöpft werden. St. Wendel solle in den kommenden Jahren im Wettbewerb der Städte weiter an Profil gewinnen, sagte der Stadtchef. Schon bisher sieht sich die Stadt St. Wendel auf der touristischen Erfolgsspur. Seit Jahren bereits erreichten Gästeankünfte und Übernachtungen ein beständig hohes Niveau. „Vor allem bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen sind die Betten in der Kreisstadt meist ausgebucht“, macht Klär deutlich. Mit Hilfe von Zahlen des statistischen Landesamtes sowie aktuellen Trends und Befragungen von Touristen und Gastgebern seien im vergangenen Jahr 140.000 Übernachtungen ermittelt worden. Insgesamt seien 28.500 Gäste nach St. Wendel gekommen. Saarlandweit rangiere die Kreisstadt damit auf Platz sieben der Gemeinden mit den höchsten Übernachtungszahlen. Um sich im Wettbewerb weiterhin zu behaupten, sei ein starkes und prägnantes Profil gefragt. Dazu ist es laut Klär notwendig, den sich verändernden Bedürfnissen des modernen Städtereisenden gerecht zu werden. „Neben Spitzenleistungen in den Bereichen Sport und Kultur wünschen sich viele Touristen heute auch Sinnhaftigkeit und echtes Erleben“, weiß der Bürgermeister. Auch angegliederte Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel profitierten von den Besuchern. So liege St. Wendels Nettowertschöpfung durch den Tourismus bei circa 29 Millionen Euro jährlich. Die Ausgaben für die neue Tourismusstrategie beziffert Klär auf rund eine halbe Million Euro. Konkret solle damit unter anderem die Stadtgeschichte stärker in Szene gesetzt, geschichtsträchtige Gebäude hervorgehoben werden. Die Beschilderung in der Innenstadt berge weiteres Potenzial, wie eine Analyse ergab. Zudem gelte es, die Ladestationen für E-Autos auszubauen. Als neue touristische Zielgruppen spielten die Pilger eine wichtige Rolle. Als traditioneller Wallfahrtsort – aktuell wird der 1400. Todestag des heiligen Wendelin mit einer Jubiläumswallfahrt begangen – ist St. Wendel über die Grenzen des Saarlandes bekannt. „Durch den Trend des Pilgerns zur Überwindung einer Lebenskrise oder zur Selbstfindung, entstand eine attraktive Zielgruppe, der die Kreisstadt zusätzlich zum heiligen Wendelin und der einmaligen Basilika viel zu bieten hat“, verdeutlicht Klär. In Kombination mit Genussthemen, Wandern und Radfahren ergäben sich vielfältige Reiseanlässe. Zu neu identifizierten Zielgruppen gehörten auch Menschen mit Hörbehinderung. Um diese besser erreichen zu können, beteilige sich die Stadt am Netzwerk Hören, welches von der Tourismus-Zentrale des Saarlandes initiiert wurde. Ziel ist es, touristische Angebote für Hörbehinderte zu schaffen. Eine entsprechende Stadtführung wird bereits angeboten.

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