Rheinpfalz Neue Gräben sollen Zerstörungen verhindern

Bei 30 Grad Hitze im Arbeitseinsatz (von links): Franz Mayer, Harry Cronauer (Petersberg), Simon Wöllhof und Udo Lang.
Bei 30 Grad Hitze im Arbeitseinsatz (von links): Franz Mayer, Harry Cronauer (Petersberg), Simon Wöllhof und Udo Lang.

Bei 30 Grad unter schattigen Baumdächern kamen Franz Mayer, der Vorsitzende des Luitpoldturm-Fördervereins Hermersbergerhof, und seine drei Helfer kräftig ins Schwitzen. Sie sanieren die Wege, die zum Luitpoldturm-Aufgang führen. Und das ist derzeit eine heiße Tagesarbeit im wahrsten Sinne des Wortes, auch wenn ein Traktor und ein Bagger die Schwerstarbeit verrichteten.

Nach dem anspruchsvollen Tagwerk des Quartetts können die Besucher den historischen Aussichtsturm wieder bequemen Fußes erreichen. Wegen der hohen Waldbrandgefahr bleibt der Kamin des Turms bis auf weiteres verschlossen. „Es liegt mir besonders am Herzen, dass der Luitpoldturm für die nächsten Generationen als historisches, begehbares Denkmal erhalten bleibt“, begründete Franz Mayer sein Engagement. Er wohnt in Sichtweite des Luitpoldturms. Auf seine Initiative hin wurde 2017 neben dem Luitpoldturmverein der Luitpoldturm-Förderverein Hermersbergerhof gegründet, der sich die Pflege rund um den Turm auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu gehört die Sanierung des desolaten Weges zum Aussichtsturm. Mayer hatte dessen Zustand mehrmals bei Besprechungen mit dem zuständigen Forstamt Hinterweidenthal moniert. Zwar habe die Forstbehörde erkannt, dass der von starken Regenfällen ausgespülte Wanderweg ausgebessert werden müsse, aber erklärt, dass die finanziellen Mittel fehlen, so Mayer. „Trotz mehrmaliger Anfragen für die Sanierung dieses Forstweges, der gleichzeitig auch als Premiumwanderweg ausgewiesen ist, standen seitens des Eigentümers, dem Land Rheinland-Pfalz, keine Mittel zur Verfügung“, betonte Mayer. Um den Zugang zum Luitpoldturm mit seiner einmaligen Aussicht (auf 610 Metern Höhe) wieder gefahrlos zu ermöglichen, sah sich der Verein verpflichtet, Abhilfe zu schaffen. Schon wenige Meter vom Parkplatz entfernt, auf dem Weg zur Anhöhe des Aussichtsturms, war am Samstag sichtbar, dass geschafft wird. Kleine Wegstrecken sind sauber geschoben, in den Weg gewachsenes Gebüsch wurde seitlich weggedrückt, erste, frisch ausgehobene Wassereinlaufgräben sind sichtbar. Vereinsmitglied Udo Lang bediente den Traktor, der einen Teil dieser Arbeiten erledigte. Im Führerhaus des Baggers saß Förster Simon Wöllhof, der die rechts und links des Wegs verlaufenden Wassereinlaufgräben anlegte. Der hier herausgehobene Sand wurde teils im Wald verteilt, zum Teil wurden die tiefen Gräben und Ausspülungen damit aufgefüllt. Die neu angelegten seitlichen Wassergräben sollen verhindern, dass sich das Wasser bei Sturz- und Starkregen seinen eigenen Weg sucht und die Wege ausspült. Der von Lang bediente Traktor hatte nicht nur eine Schaufel sondern auch ein Räumschild, das zur Einebnung eingesetzt wurde. So wurden bei brütender Hitze am Samstag rund zehn Kubikmeter Erdreich bewegt, wie Udo Lang informierte. Rund 300 Meter Waldweg wurden dabei für Wanderer und Radfahrer wieder hergerichtet. Der 2017 von 16 Turmfreunden ins Leben gerufene Förderverein zählt mittlerweile 57 Mitglieder. Ziel „und nicht unmöglich“ sei es, die 100er-Marke zu erreichen, blickte Mayer zuversichtlich nach vorn. Auch bezüglich der Aufnahme des Turmes in den Bestand der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz BSA (Burgen, Schlösser, Altertümer) bleibt Mayer „am Ball“. Bisher sei die Aufnahme abgelehnt worden, der Verein werde seine Bemühungen verstärken. Um den geschichtsträchtigen Aussichtsturms zu erhalten, wird demnächst die Außenverfugung erneuert. Dies ist erforderlich, weil sich bei Frost an der Innenseite des Turms verstärkt Eis bildet. Dadurch sollen sich abzeichnende Frostschäden verhindert werden. „Eine solche Maßnahme kann unser Verein alleine nicht leisten“, betont Mayer. So sei man zweimal in der Woche unterwegs, um den Turm, sein Umfeld und das „Innenleben“ sauber zu halten. Eine installierte Webcam informiere ständig mit aktuellen Bildern im Internet auf der Homepage des Vereins über den Turm. Wie Mayer informierte, bietet der Verein geführte historische Wanderungen zum Turm an. Das nächste Treffen bei Spießbraten und Kaffeekränzchen ist für den 9. September vorgesehen. Am 3. November bietet der Verein eine „sagenhafte Laternenwanderung“ rund um den Luitpoldturm gemeinsam mit der Südwestpfalz-Gästeführer-IG an. Der Verein —Kontakt: E-Mail: info@luitpoldturm-foerderverein.de; Internet: www.luitpoldturm-foerderverein.de —Der Jahres-Mitgliedsbeitrag kostet 25 Euro, Kinder unter 14 Jahren sind beitragsfrei.

Starkregen hatte die Wege zum Turm beschädigt.
Starkregen hatte die Wege zum Turm beschädigt.
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