Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Montagsreihe zieht zurück in den Hof des Frank-Loebschen Hauses

Kabarettist H. G. Butzko eröffnet die Montagsreihe
Kabarettist H. G. Butzko eröffnet die Montagsreihe

Die Kleine Montagsreihe ist wieder da, wo sie hingehört. Nach dem Ausweichquartier auf der Hofbühne des Otto Hahn Gymnasiums kehrt sie zurück in den Hof des Frank-Loebschen Hauses.

Haben Sie schon mal über die postfaktische Zeitenwende nachgedacht? Keine Sorge: Wenn Sie nicht wissen, was das überhaupt sein soll, dann können sich auf H. G. Butzko verlassen. Der angesagte Komiker, der sich selbst als Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts bezeichnet, erledigt das für Sie in seinem Programm, mit dem Kleine Montagreihe am 25. Juli in die neue Saison startet.

Unter dem Motto „aber witzig“ stellt Butzko sich und seinem Publikum abstruse Fragen, die der Realität ins Auge schauen und sie zugleich auf den Kopf stellen: „Was ist ein Computervirus gegen eine echte Pandemie? Was bedeutet die Reizüberflutung in der digitalen, verglichen mit dem Anstieg des Meeresspiegels in der realen Welt? Und was nützt die künstliche Intelligenz, wenn die menschliche Dummheit zeitgleich mitwächst?

Vier Konzerte geplant

Nach solchen Denkspielen kann sich das Publikum an vier Abenden dem sinnlichen Musikgenuss hingeben. Thomas Kunz, Gerry Marz und Werner Kuntz vom Kulturzentrum Altstadt haben eine vielversprechende Mischung beliebter und (noch) weniger bekannter Bands aus vielen Stilrichtungen zusammengestellt.

Henry Girls
Henry Girls

Am 1. August gehört die Bühne drei Schwestern aus Malin in der Grafschaft Donegal, ganz im äußersten Norden Irland, die sich als Henry Girls aufmachen, die Welt zu erobern: Stil Karen (Fiddle), Lorna (Akkordeon) und Joleen McLaughlin (Harfe, Piano). Ihr besonderes Markenzeichen ist der Harmoniegesang. Ihr jüngstes Album „Shout, Sister Shout“ von 2020 ist eine Hommage an die amerikanische Jazz-Girl-Group The Boswell Sisters, die Ende der 1920er- und Mitte der 1930er-Jahre populär war und viele folgende Dixieland-Frauengesangstrios wie die Andrew Sisters inspirierte. Sogar die Disco-Damen von der Pointer Sisters zählten sie zu ihren Vorbildern. Auf dem Vorgänger-Album „Far beyond the Stars“ von 2018 haben die Henry Girls Country, Bluegrass und keltischen Folk gemischt.

Joscho Stephan Quartett
Joscho Stephan Quartett

Das Gitarrist Joscho Stephan, der am 8. August mit seinem Quartett in der Kleinen Montagsreihe auftritt, kombiniert in seinem Gipsy Swing Plus historische Anleihen aus Klassikern des Genres und moderne Einflüsse aus Latin, Pop und Rock. Wer mal reinhören will, wie das klingt, der kann sich zum Warmwerden die YouTube-Version von „Hey Joe“ anhören, die schon die Dreimillionen-Klickmarke gesprengt hat.

Bashed Potatoes
Bashed Potatoes

Dem Bluegrass huldigen am 15. August fünf Herren aus Amerika, Neuseeland und Deutschland, die sich in einer Kölner Kneipe zur Bashed Potatoes Band zusammengefunden haben: Joon Laukamp, Paul Lindenauer, Philipp Keck, Steffen Thede und Pierce Black. Wichtigste Zutat bei ihrem Kartoffelgericht, das eine neue Variante zu Smashed, Mashed und Hashed Brown Potatoes zu sein scheint, ist „die Liebe zu den akustischen Musiktraditionen der amerikanischen Südstaaten und ihren modernen Varianten“. Die Musiker haben zwar eine sehr diverse Vergangenheit in Jazz, Rock, Klassik und Barock, ihr gemeinsames Ziel aber ist es, den Bluegrass in Deutschland bekannter zu machen und von seinem mitunter noch immer provinziellen Image zu befreien. Dem Landauer Publikum versprechen sie ein Feuerwerk aus „Traditionals voller Sehnsucht, Vergänglichkeit und Spiritualität, Newgrass-Songs über gegenwärtige Themen, sowie tanzbare Instrumentals und eigene Stücke“.

Apparatschik
Apparatschik

Das Abschlusskonzert im Hof des Frank-Loebschen Hauses bestreitet die Gruppe Apparatschik, die am 22. August in einen Ost-West-Dialog eintreten will. Melodien des ehemaligen Ostblocks – ukrainische, russische, moldawische und ungarische Lieder der Sinti und Roma – treffen da auf westliche Beats. So will die Berliner Band dezidiert zur musikalische Völkerverbindung beitragen. Ihren elektrifizierten Folklore-Instrumenten entlocken die Musiker Polka, Ska, Reggae, Rock’n’Roll, Disco und sogar Techno. Bandgründer und Sänger Matrosov Olaf Opitz spielt auf der Balalajka, Michail Saposchnikow auf dem Akkordeon, Paul Milmeister auf der Kontrabass-Balalaika und Alf Schulze befeuert den Rhythmus auf Schlagzeug und Percussion.

Info

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr. Bei Regen wird das Alte Kaufhaus in Landau zum Ausweichquartier. Karten gibt es im Vorverkauf bei Reservix, online unter www.rheinpfalz.de/ticket.

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