Rheinpfalz Mit Holzvermarktung pünktlich begonnen

Revierleiter Christoph Wagner hat jetzt mehr Arbeit: Ihn unterstützt seit April Christine Tinnes-Schaaf.
Revierleiter Christoph Wagner hat jetzt mehr Arbeit: Ihn unterstützt seit April Christine Tinnes-Schaaf.

„Es läuft richtig gut“, sagt Christoph Wagner, der Revierleiter des Forstzweckverbandes Holzland. Seit April hat sich sein Aufgabengebiet noch einmal deutlich erweitert. Der Forstzweckverband vermarktet sein Holz jetzt selbst.

„Punktlandung“, freut sich der Revierleiter: Dem Zweckverband sei bereits gelungen, was die großen, zur gleichen Zeit in Form von GmbHs gegründeten Holzvermarktungsagenturen im Land noch vor sich haben: den Holzverkauf für die Kommunen zu starten. Bislang hatten in der Regel die jeweiligen Forstämter für die Kommunen den Holzverkauf übernommen. Das stellte sich als kartellrechtlich bedenklich heraus, weshalb das Land Rheinland-Pfalz sein Waldgesetz geändert und festgelegt hat, dass das Holz aus den kommunalen Betrieben nicht mehr über Landesforsten vermarktet werden darf. Landesweit wurden größere Holzvermarktungsagenturen gegründet, unter anderem in Maikammer, wo zahlreiche Gemeinden aus dem Landkreis Südwestpfalz beigetreten sind. Der Forstzweckverband Holzland, dem die Gemeinden Schmalenberg, Steinalben, Geiselberg, Waldfischbach-Burgalben und die Hembach-Genossenschaft angehören, entschied frühzeitig, die Holzvermarktung in eigener Regie zu übernehmen, und sich nicht der Agentur in Maikammer anzuschließen. Die übrigen Kommunen in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben folgten, weshalb die Verbandsgemeinde gar nicht erst Mitglied der GmbH in Maikammer werden musste. Das sparte Kosten. Neben der Gemeinde Heltersberg – in Höheinöd, Hornbach und Hermersberg fallen nur unwesentliche Holzmengen an – ist auch die Gemeinde Schopp aus dem Nachbarkreis Kaiserslautern-Land dem Forstzweckverband für die Holzvermarktung beigetreten. Die Beförsterung erfolgt in beiden Gemeinden wie bisher über einen staatlichen Förster. „Ein Vorteil ist, dass wir die kurzen Wege beibehalten, und genau sehen, was in unserem Gebiet los ist“, sagt Wagner. Zum Vergleich: In Maikammer sollen die Holzmengen von mehr als 200 Gemeinden abgewickelt werden. „Wir kennen unser Revier“, unterstreicht Wagner diesen Vorteil. Dazu komme, dass die Wertschöpfung in der Region stattfinde. Arbeitsplatz entstanden Seit April hat der Revierleiter, aufgrund des deutlich erweiterten Aufgabengebietes, mit Christine Tinnes-Schaaf eine Mitarbeiterin im Zweckverbandsbüro in Schmalenberg. Vorerst halbtags, doch eine Aufstockung je nach künftig zu vermarktender Holzmenge ist möglich. „Dieser Arbeitsplatz ist hier entstanden, nicht in Maikammer“, unterstreicht Wagner. Tinnes-Schaaf, gelernte Industriekauffrau aus Heltersberg, die bis zu ihrem Wechsel zum Forstzweckverband bei der Firma Villeroy & Boch gearbeitet hatte, hat sich wie Wagner schon intensiv mit der neuen Software vertraut gemacht. „Holz ist mal ein ganz anderes Produkt“, sagt sie. Aber die Grundsätze in der Vermarktung, Umgang mit Kunden, Buchhaltung, all das kennt sie. Ob Keramik oder Holz – „das macht dann in der Abwicklung nicht den großen Unterschied“, sagt sie lachend. Das Büro umbauen, Platz schaffen für eine Mitarbeiterin – „da hat die Gemeinde Schmalenberg unglaublich viel geleistet“, lobt Wagner. Die Räumlichkeiten des Forstzweckverbandes, inklusive der Sanitäreinrichtungen, präsentieren sich dank einiger fleißiger Schmalenberger Hände in einem Top-Zustand. „Die Arbeitsbedingungen sind richtig gut“, sind sich Wagner und Tinnes-Schaaf einig. Neue Software angeschafft Die Software anzuschaffen, war eine der größten Investitionen des Forstzweckverbandes. 10.000 Euro kostete sie. „In den ersten Wochen mussten wir, was die Software anbelangt, noch ein Kinderkrankheiten überstehen“, berichten Wagner und Tinnes-Schaaf. „Jetzt können wir aber Holz erfassen und Rechnungen schreiben. Das läuft gut“, sagt Wagner. Was noch fehlt – geliefert werden muss das vom Land – sei die Datenschnittstelle, um künftig auch das Heltersberger und Schopper Holz vermarkten zu können. Bis Juli soll das funktionieren. Die Schnittstelle wird benötigt, weil die aus diesen beiden Revieren anfallenden und zu verkaufenden Holzmengen noch von den jeweils zuständigen Revierleitern erfasst werden. Übergangsweise wird dieses Holz noch von den bisherigen Forstämtern in Johanniskreuz respektive Kaiserslautern abgewickelt. „Für das originäre Gebiet des Forstzweckverbands läuft die Vermarktung aber“, freut sich Wagner, dass der erste wichtige Schritt vollzogen ist. 11.000 Festmeter werden für das originäre Gebiet des Forstzweckverbandes vermarktet. Kommen die Mengen aus Heltersberg und Schopp dazu, steigt die Menge auf 18.000 Festmeter. Die erfassten Daten werden auch an das bisherige Forstamt in Johanniskreuz geliefert. Damit kann kontrolliert werden, ob die durch die Forsteinrichtung vorgegebenen Holzmengen geschlagen und verkauft werden, um nachhaltig zu wirtschaften. Das Forstamt erhält summarische Aufstellungen. Kundenstamm bleibt erhalten „An wen wir verkaufen, ist unsere Sache“, verdeutlicht Wagner. Es gibt einen Kundenstamm aus den vergangenen Jahren. Alle haben signalisiert, dass sie weiter mit dem Forstzweckverband zusammenarbeiten und hier Holz kaufen wollen. Der Zweckverband ist aber auch offen für neue Kunden. Die Preise seien, wie bisher, marktabhängig und marktüblich. Bis Ende Juni beschäftigt des Zweckverband im Schwerpunkt die Vermarktung des bisher angefallenen Käfer- und Windwurfholzes. Für den Sommer wird die zweite Käferholzvermarktung erwartet, „und dann beginnt ja wieder die Haupteinschlagzeit“, sagt Wagner.

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