Rheinpfalz Mit 120 Mitarbeitern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Am Sonntag feiert die ökumenische Sozialstation Brücken ihr 40. Jubiläum. Der Tag der offenen Tür beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Festgottesdienst. Ein zünftiger Frühschoppen, Gelegenheit zum Mittagessen und Kaffee und Kuchen schließen sich an. Unterhaltung bieten verschiedene Musikbeiträge und andere Vorführungen.
Doch zunächst einmal ein Blick zurück. Wer erinnert sich nicht noch gut an die Zeiten, als katholische Ordensschwestern und protestantische Diakonissen in den Gemeinden ihren Dienst an kranken und hilfebedürftigen Menschen taten. Meist waren sie Einzelkämpferinnen, die oft rund um die Uhr im liebevollen Einsatz waren. Zu Beginn der 70er Jahre waren die meisten von ihnen überaltert und es zeichnete sich ab, dass viele Krankenstationen auch mangels Nachwuchs vor der Auflösung standen. Gleichzeitig musste aber auch damit gerechnet werden, dass der Bedarf und die Nachfrage nach Kranken-, Alten- und Familienpflege stark ansteigen würde. Familiäre Strukturen veränderten sich, Großfamilien wurden selten, die Menschen wurden älter und die Ortsgemeinden wuchsen stetig. Im Zuge dieser Entwicklung mussten neue Wege gefunden werden. Caritas, Diakonie und Landesregierung reagierten mit dem Konzept der flächendeckenden Versorgung durch die Sozialstationen in Rheinland-Pfalz. Am 20. März 1974 wurde die Sozialstation Brücken als erste im Landkreis Kusel gegründet. Dazu fanden sich 14 Krankenpflegevereine und Kirchengemeinden zusammen. Heute sind zwölf protestantische und elf katholische Kirchengemeinden sowie zwölf Krankenpflegevereine Träger der Ökumenischen Sozialstation Brücken, die als Verein organisiert ist. Ihre offizielle Arbeit im Versorgungsgebiet der Verbandsgemeinden Glan-Münchweiler, Schönenberg-Kübelberg und Waldmohr nahm sie dann zum 1. August auf. Erste Bleibe der neuen Station war das katholische Schwesternhaus; von dort aus bauten sechs Krankenschwestern und drei Helferinnen den Dienst in den Gemeinden auf. 1976 wurden die neuen Räume in der Wiesenstraße bezogen. Die Aufgaben wuchsen mit den Jahren. So kamen die Familienpflege, die hauswirtschaftliche Versorgung, der warme Mittagstisch und mit den neuen Aufgaben viele neue Schwestern, Dorfhelferinnen, Zivildienstleistende, Verwaltungspersonal und Praktikanten dazu. Am 1. April 1995 wurde die Pflegeversicherung eingeführt, die Sozialstation Brücken wird zum Ambulanten Hilfezentrum, und ein Jahr später nimmt die Beratungs- und Koordinierungsstelle ihre Arbeit auf. Zum 25. Jubiläum waren bereits 80 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Meilenstein war das Jahr 2007. Im September wurde der Kooperationsvertrag mit der Alois-Hemmer-Stiftung unterschrieben, zuvor hatte der Verwaltungsrat den Neubau in der Paulengrunderstraße und die Einrichtung einer Tagespflegestätte beschlossen. Nach der Bauphase und Kosten von 2,5 Millionen Euro konnte im Oktober das neue Alois-Hemmer-Haus bezogen werden. Einen Monat später startete die Tagespflege. Heute kümmern sich unter der Regie des Vorstandsvorsitzenden, Pfarrer Michael Comtesse, Geschäftsführerin Veronika Schneider und Pflegedienstleiterin Manuela Wemmert 120 Mitarbeiter um das Wohl der Klienten. Comtesse ist es wichtig, „dass die Sozialstation nahe bei ihren Kunden ist, dass die Mitarbeiter sich mit ihrer Arbeit identifizieren und den Menschen mit persönlicher Zuwendung und Wertschätzung begegnen“, wie er sagt. Darin sieht er das „Erfolgsrezept seiner Sozialstation“. In der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg ist die Sozialstation der zweitgrößte Arbeitgeber und damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der ganzen Region. Das vielfältige Angebot der Einrichtung nutzen rund 525 Klienten im Monat. Die Unterstützung ermöglicht es vielen Menschen, ihr Leben im Alter in den vertrauten eigenen vier Wänden weiterzuführen. Der individuelle Hilfebedarf, die Bedürfnisse und Wünsche jedes Einzelnen stehen dabei immer im Mittelpunkt. Der ambulante Pflegedienst ist zuständig für die Grund- und Behandlungspflege. Der mobile soziale Dienst übernimmt die hauswirtschaftliche Versorgung, Betreuungs- und Begleitdienste, Familienpflege und Nachtbetreuung. Die Tagesbegegnung wird täglich von etwa 16 Gästen genutzt, dort werden sie von morgens bis in den späten Nachmittag hinein versorgt und betreut. Der Pflegestützpunkt bietet kostenlose, neutrale und individuelle Information und Beratung rund um das Thema Pflege für kranke, behinderte und ältere Menschen. Essen auf Rädern und ein vielfältiges Selbsthilfegruppenangebot im offenen Treff bieten weitere Unterstützung. (elk)