Rheinpfalz Migranten auf Arbeitsmarkt vorbereiten
Die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) hat seit dem 1. August die Räume über der Barbarossa-Bäckerei in der Welschstraße 1 von der VR-Bank Westpfalz gemietet. Auf zwei Etagen will die DAA, einer der größten kaufmännischen Bildungsträger in Deutschland, Migranten auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereiten.
Der Kurs heißt „First Stop für Migranten“ und beginnt am kommenden Montag. Er steht Migranten aller Nationalitäten offen. Zunächst geht es darum, ihre individuelle Ausgangslage herauszufinden: Ob sie Zeugnisse, Studien- oder Berufsabschlüsse vorweisen können, welche Schulen sie besucht haben oder, wenn nicht, ob sie lesen und schreiben können. Der Kurs richtet sich auch an Migranten, die nur minimale Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen. So steht der Deutschunterricht zweimal pro Woche explizit auf dem Lehrplan. Jeden Tag müssen sich die Kursteilnehmer mit der für sie fremden Sprache auseinandersetzten. Es findet unter anderem Konversationstraining statt und es werden berufsbezogene Gespräche in Kleingruppen und im Einzelunterricht geführt. Zwei große Räume stehen für die Schulung bereit. Eines der Zimmer ist als Schulungsraum eingerichtet, während das andere über zehn Computerarbeitsplätze verfügt. Abgetrennt ist ein „Coaching Büro“, in dem Einzelgespräche geführt werden können. Zum Kurs zählt auch eine betriebliche Erprobung. Die DAA will sich um solche Erprobungsplätze in den Firmen der Region kümmern. Während ihrer Zeit in den Firmen kümmert sich die DAA um die Begleitung sowohl der Migranten als auch der Unternehmen. Auf dem Unterrichtsplan steht zudem Kulturtraining, bei dem unter anderem Informationen zum Leben in der Region vermittelt werden sollen. Ziel des Kurses ist es, die Asylbewerber im erwerbsfähigen Alter an den deutschen Arbeitsmarkt und in die Nähe sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze heranzuführen. Finanziert werden die Kurse von den Jobcentern und Arbeitsagenturen. Dort bekommen die Teilnehmer einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, ohne den eine Teilnahme nicht möglich ist. 20 Anmeldungen lagen bis gestern bereits vor. Die Teilnehmer kommen vornehmlich aus den Verbandsgemeinden Waldfischbach-Burgalben und Rodalben. Der Standort in Waldfischbach wird von der DAA-Hauptverwaltung in Kaiserslautern betreut, die für das südliche Rheinland-Pfalz, das Rhein-Main-Neckar-Gebiet und das Saarland zuständig ist. Anette Nau, die stellvertretende Zweigstellenleiterin für dieses Gebiet, erklärte, dass die DAA schon seit einem halben Jahr nach geeigneten Räumen rund um Waldfischbach-Burgalben gesucht habe, bis man schließlich die 125 Quadratmeter in der Welschstraße 1 fand. Seit November 2015 ist die DAA in der Doppelgemeinde tätig. Es wurden Deutschkurse im Rahmen eines Sonderprogramms der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Teilnehmen konnten alle Migranten, egal aus welchen Herkunftsländern sie kommen oder welchen Aufenthaltsstatus sie haben. Vier solcher Kurse wurden bis Januar zuerst im alten Rathaus, später im DRK-Gebäude auf der Schäferei veranstaltet, an denen insgesamt 80 Personen teilnahmen. Vorläufig sind zwei Mitarbeiter in Waldfischbach tätig. Ein Agraringenieur, der als Jobcoach arbeitet, und ein Sozialpädagoge. Beide Mitarbeiter halten auch Deutschkurse ab. Je nach Bedarf werden weitere Mitarbeiter hinzugezogen. Die DAA verfügt über Dozenten, die Arabisch und Englisch sprechen. Anmeldungen für den Kurs nimmt die DAA in Kaiserslautern entgegen. |jn