Rheinpfalz Mainz den Rücken gekehrt

Felix Leidecker.
Felix Leidecker.

Aus der Landeshauptstadt zurück in die südwestpfälzische Heimat ziehen: Felix Leidecker tut etwas, das viele Menschen in seinem Alter unter keinen Umständen machen würden. Der 32-jährige ehemalige Vorsitzende der Jungen Union Mainz könnte nun auch hier politisch aktiv werden. Sein Vater sitzt schon im Gemeinderat von Waldfischbach-Burgalben.

Ein paar Umzugskisten habe er bereits nach Waldfischbach-Burgalben gebracht, in das Haus, in dem früher seine Großeltern wohnten. „Der Umzug zurück in die Heimat ist ein schleichender Prozess“, sagt Felix Leidecker. Derzeit pendelt er noch: zwischen Heimat, Mainz und Berlin, wo er im Büro der Bundestagsabgeordneten Ursula Groden-Kranich (CDU) als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Dort arbeitet er aber nur noch bis Juni. Danach will er sein Diplom als Steuer- und Betriebswirt an der Fernuniversität Hagen abschließen, ein paar Prüfungen stehen noch an. Die Liebe zur Heimat sei es gewesen, die ihn letztendlich dazu gebracht habe, der Landeshauptstadt den Rücken zu kehren. „Ich habe schon immer gesagt, wenn ich die Möglichkeit habe, auch beruflich in die Südwestpfalz zurückzukehren, dann mache ich das“, sagt Leidecker. Die passende Arbeitsstelle habe er schon gefunden, will aber noch nicht bekanntgeben, wo das sein wird. „Es ist ein Arbeitsplatz in der Südwestpfalz“, sagt er lediglich dazu. Als eine Abkehr von der Politik sieht er diesen Schritt nicht. Auch wenn er seit Ende 2017 nicht mehr der Vorsitzende der Jungen Union Mainz ist, bleibe er weiter in deren Vorstand und im Bezirksvorstand der CDU Rheinhessen-Pfalz aktiv. Er könne sich auch vorstellen, in seiner Heimat Politik zu machen, etwa im Ortsgemeinderat. Sein Vater, der Arzt Wolfgang Leidecker, habe ihn politisch geprägt. Der sitzt für die CDU bereits im Ortsgemeinderat. Eine politische Zusammenarbeit mit ihm stelle sich Sohn Felix „spannend“ vor. Spannend sei es allerdings erst dann, „wenn ich selbst im Gemeinderat bin“, da die interessanten Dinge meist im nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen passierten. Im kommenden Jahr stehen auch in Waldfischbach-Burgalben Kommunalwahlen an. Dann wird es auch um das Amt des Ortsbürgermeisters gehen. Mit Anna Silvia Henne ist seit 2014 eine SPD-Frau im Amt. Leidecker gibt sich bereits kämpferisch. „Die CDU muss wieder den Ortsbürgermeister stellen“, sagt er mit Blick auf die Wahlen. „Wer das macht, da werden wir uns noch Gedanken darüber machen müssen“, sagt er. Er selbst habe sich darüber noch keine Gedanken gemacht, fügt er an. Potenzial für die Verbandsgemeinde sehe er beim Thema Wirtschaftsförderung. Es gebe entlang der B 270 genug Flächen für junge Unternehmen. Der Haken dabei sei die rückständige digitale Infrastruktur auf dem Land. Leidecker glaubt, dass in Zukunft mehr junge Menschen zurück in die ländlichen Regionen ziehen, wenn sich die digitale Infrastruktur verbessert und die hohen Mieten in den Großstädten nicht sinken. In seiner Mainzer Zeit hat Leidecker mehrfach Schlagzeilen gemacht mit seinen Äußerungen in sozialen Netzwerken wie Facebook. „Politik muss auch Reibung erzeugen“, sagt er auf seine Social-Media-Aktivitäten angesprochen. Auch parteiintern kamen seine Äußerungen nicht überall gut an. Er lasse sich aber nicht unter Druck setzen. „Ich würde mir niemals von jemandem aus der Partei sagen lassen, was ich zu denken oder zu schreiben habe.“

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