Kultur Südpfalz Liebe in Zeiten des Wahnsinns
Eine Vorschau auf sein neues Album „Love In A Time Of Madness“ gab jetzt der amerikanische Sänger José James beim Zeltival im Karlsruher Tollhaus. James hat Vorfahren aus Panama und Irland und wuchs in Brooklyn auf. Das lässt eine große Bandbreite an stilistischen Einflüssen vermuten.
Und so ist es: Großgeworden mit Hip-Hop und Soul, fühlte er sich nach eigenen Worten zum Jazz hingezogen. Das kommende Album wird, wie auch seine letzten drei Alben, bei dem legendären Jazz-Label Blue Note erscheinen, auf dem er auch seine größten Inspirationen veröffentlichte. Mit Takeshi Ohbayashi an den Keyboards, Solomon Dorsey am elektrischen Bass und Nate Smith am Schlagzeug lieferte das Quartett bei perfektem Sommerwetter einen eher durchwachsenen Abend ab. Neben eigenen Songs sang der sympathische Sänger mit Hut auch ein paar Coverversionen. Seine Version von „Ain`t No Sunshine“ seines großen Idols Bill Withers ist aber nicht wirklich anders, also nicht wirklich erhellend und trotzdem 15 Minuten lang. Das muss nicht sein. Ähnlich bei David Bowies „The Man Who Sold The World“, das einfach nur nachgesungen klingt. Am besten ist der Bandleader, wenn er sich auf seine Wurzeln besinnt und eine Art verjazzten Hip Hop zum Besten gibt. Man merkt, dass er in diesem schnellen, rhythmischen und markanten Sprechgesang, dem Rap, zu Hause ist. Zusammen mit gekonnten Jazzphrasierungen entwickeln diese Songs einen ganz eigen Sog. Hier lässt er auch die aktuellen US-amerikanischen Probleme mit der Polizei anklingen. Sein souliges „Come To My Door“ hat es schon zu einiger Bekanntheit gebracht und ein Song, dessen Grundfeste der Funk sind, ist „something more sexy for all the women in the house, you know what I mean?“. „To Be With You“ ist schon die Zugabe und ein eher banales Liebesliedchen von der neuen Platte nach einem nicht ganz überzeugenden Konzert beim Zeltival. |pb