Rheinpfalz Lego-Schau im Mandelbachtal präsentiert biblische Geschichten in Bausteinen

Manfred Pfeiffer vom Verkehrsverein Mandelbachtal hat die Bibel-Schau in den Saarpfalz-Kreis geholt.   Foto: Moschel
Manfred Pfeiffer vom Verkehrsverein Mandelbachtal hat die Bibel-Schau in den Saarpfalz-Kreis geholt.

„Wunderbar!“ „Klasse!“ „Sehr schön!“ Auf Anhieb waren beim Start der Lego-Ausstellung über das Leiden Jesu solche Kommentare im Ormesheimer Rathaus zu hören. Im Mandelbachtal ist die Schau „Die Passion Christi – aus Lego gebaut“ noch bis 29. Mai bei freiem Eintritt zu sehen.

„Welche Figur ist denn jetzt der Jesus?“ „Wie hieß der noch mal, der ihn verraten hat?“ Zwei Jungs, sie sind mit ihren Eltern gekommen, vertiefen sich eifrig ins Diskutieren. Direkt am Eingang des Rathauses in Ormesheim, wo die Gemeinde Mandelbachtal ihren Sitz hat, steht schon die erste Station der Passionsgeschichte: Jesu Einzug in Jerusalem. Wer die Szene nicht mehr so recht präsent hat, dem hilft – wie an allen anderen Stationen – ein großer Text-Aufsteller auf die Sprünge. Darauf kann man die entsprechende Bibelstelle aus dem Lukas-Evangelium nachlesen – in moderner, verständlicher Sprache. Derart informiert lohnt es sich, die aus Lego nachgestellte Szene genauer zu betrachten. Auf einer gelblichen Platte wurde ein Ausschnitt der Stadt Jerusalem nachgebildet. Jesus reitet im weißen Gewand auf ein großes Tor aus gelben und braunen Legosteinen zu. Seine Jünger begleiten ihn. Trubel herrscht in der Stadt. Leute auf dem Platz und auf Dächern schwenken Palmwedel, jubeln Jesus zu. Derweil wird in einem der Häuser noch tüchtig in einem riesigen Kochtopf gerührt.

Gebrauchte Legosteine aufgekauft

„Diese Ausstellung ist wirklich etwas ganz Besonderes“, schwärmt Manfred Pfeiffer, Vorsitzender des Verkehrsvereins Mandelbachtal. Vor drei Jahren hatte der Pastoralreferent Markus Ende mit einigen jugendlichen Helfern in einer Gemeinde in Werl (Bistum Paderborn) die originelle Schau erdacht und verwirklicht. „Früher hatte die Pfarrei immer einen Ostergarten gebastelt; der musste dann jedes Jahr wieder abgebaut werden“, hat Pfeiffer im Gespräch mit Ende erfahren. „Man wollte stattdessen etwas Dauerhaftes erstellen. So ist die Idee entstanden, die Passion Christi aus Lego nachzubilden.“ Und mithilfe eines 4000-Euro-Zuschusses vom Bistum Paderborn wurden erste Legosteine gekauft. Doch die reichten bei Weitem nicht aus. Pfeiffer: „Da hat dann einer aus dem Team im Internet einen Unternehmer im Ruhrgebiet entdeckt. Der kauft gebrauchte Legosteine auf, wäscht sie und gibt sie günstig wieder ab.“ Fortan stand dem Projekt nichts mehr im Weg.

Seit die Schau in Werl ihre Premiere erlebt hat, wird sie kostenlos an Interessierte ausgeliehen. Pfeiffer, der vor zwei Jahren zufällig davon gelesen hat, bewarb sich im Namen des Verkehrsvereins. „Im Dezember wurde mir dann dieser Termin genannt.“ Passender als eine Woche nach Ostern – nach der Konfirmation und vor der Erstkommunion – hätte er kaum liegen können, findet der Vorsitzende.

Erste Schau im Südwesten

Er selbst ist mit dem Gemeindebus nach Werl gefahren, hat die gut verpackten sieben Lego-Bilder und deren Sockel verstaut, hergebracht und zusammen mit dem Hausmeister aufgebaut: „Erstmals ist die Lego-Passion so weit gereist. Zum ersten Mal ist sie im Südwesten zu sehen.“ In erster Linie, sagt Pfeiffer, sei „sie natürlich für Kinder gedacht, denen spielerisch das nicht ganz leichte Thema der Passion vermittelt wird“. Aber auch Erwachsene hätten ihre Freude und könnten noch etwas lernen. Als „besten Ausstellungskatalog“ empfiehlt Pfeiffer übrigens die Bibel.

Die beiden Katechetinnen Sarah Köstner und Ruth Karr aus Ensheim sind mit ihren Kommunionkindern da. Die Kinder gehen flott voran. Die zwei Frauen lassen sich mehr Zeit, beschäftigen sich eingehend mit jeder Station. Von einem Stapel hat sich Sarah Köstner eine Bildkarte mit der Figur des Apostels Philippus genommen, Ruth Karr eine mit dem Apostel Thomas. Diese Figuren gilt es an den Stationen zu finden und die Fragen auf der Rückseite zu beantworten.

Bei der Abendmahl-Szene stutzen die Frauen. „Was haben die denn da auf dem Tisch zum Essen?“, fragt Sarah Köstner. Ihre Freundin tippt lachend auf „Croissants und ein halbes Wildschwein“. Beeindruckt sind die Besucherinnen vom Garten Gethsemane mit herrlicher Blumenlandschaft. Ihr Blick richtet sich auf Jesus. „Das Leiden sieht man ihm an“, findet Köstner: „Er schaut verzweifelt. Und die anderen liegen da und schlafen.“

Stück für Stück arbeiten sich die beiden durch die Stationen – bis zur siebten, der Auferstehung. Sie beantworten alle Fragen. Und am Schluss bauen sie, wie gewünscht, eine Figur nach. Diese soll auf die große Platte gesetzt werden, in deren Mitte Jesus auf einem Hügel steht und die Bergpredigt hält. „So können wir am Ende nachzählen, wie viele Besucher da waren“, sagt Pfeiffer.

Köstner und Karr sind sichtlich begeistert. Alle wichtigen Lego-Figuren tragen von Näherinnen geschneiderte Kleider. Und die vielen Details, die ein längeres Betrachten lohnen, sind in ihren Augen „wirklich gelungen“.

Info

Die Ausstellung ist bis 29. Mai im Rathaus Mandelbachtal in Ormesheim, Theo-Carlen-Platz 2, zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, außerdem montags und donnerstags von 13 bis 15.30 Uhr sowie mittwochs von 13 bis 17.30 Uhr.

Sieht man nicht alle Tage: die Kreuzigungsszene aus Golgatha – nachgebildet mit Legosteinen.  Foto: Moschel
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