Rheinpfalz Kreative Köpfe entwerfen am Flughafen Fesches für die Firma

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An den Stufen zum Firmengebäude in der Maastrichter Straße am Zweibrücker Flughafen steht „geöffnet“. Es ist eine Einladung, die Nase in den Lager-Laden von Kopf Corporate hineinzustecken. Einige Hundert Kleidungsstücke, von der Business-Bluse für die Vorstandssekretärin bis zur spezialbeschichteten Arbeitshose, stehen zur Auswahl. Es ist ein Nebengeschäft für den Großausstatter von Firmen.

Die Geschäfte der sechsköpfigen Firma laufen prächtig. „Eigentlich verkaufen wir gar keine Firmenbekleidung. Wir verkaufen Image“, sagt Jeanette Kopf. Die Modedesignerin ist das kreative Zentrum der seit elf Jahren im eigenen Neubau am Flughafen ansässigen Firma. Bruder Wilfried ist der Kaufmann. Und Inhaber. Bei der Gründung 1988 in Contwig machten beide unter dem Markennamen „Form & Function“ in sportlicher Freizeitmode. „Obwohl es seit Jahren die Marke nicht mehr gibt, sprechen uns immer noch Kunden darauf an“, erzählt Wilfried Kopf. Seit zehn Jahren konzentriert sich die Firma auf die Ausstattung von Firmen, auch Vereinen. Das Geschäft läuft in etwa so: Ein Unternehmen will anhand des Auftretens seiner Mitarbeiter ein Image in die Welt hinaustragen. Etwa: Seht her, wir sind schick, dynamisch, seriös; unsere Mitarbeiter stehen zur Firma, tragen stolz den Namen. Das so definierte Image übersetzt Kopf Corporate in ein textiles Erscheinungsbild. Es werden Kollektionen – Hosen, Hemden, Sakkos, Kittel, auch Sicherheits- und Laborbekleidung – zusammengestellt, in der hauseigenen Stickerei und Textildruckerei „veredelt“. Firmenname, Logo, Werbebotschaften prägen das Erscheinungsbild. Zu den Kunden gehören ganze Konzerndivisionen mit zehntausend Mitarbeitern, aber auch der Drei-Mann-Handwerksbetrieb. „Unsere Umsatzentwicklung ist dynamisch positiv. Was auch daran liegt, dass Firmen mit ihrem Image nicht mehr nur nach außen, zum Kunden hin, wirken wollen, sondern auch auf den Mitarbeiter hin. Mit hochwertiger, schicker Kleidung drückt man Wertschätzung aus“, sagt Wilfried Kopf. Umsatzzahlen verrät der Einzelkaufmann nicht. Von siebenstelligen Summen ist auszugehen. Bekannte Bekleidungsfirmen, vorzugsweise aus Deutschland, zumindest Europa, liefern die Kollektionen, die in Zweibrücken von Lohnkräften – bei größeren Stückzahlen von Lohnbetrieben im Schwäbischen – bestückt werden. Kollektionen von hundert Einzelteilen sind nicht selten. Mit im Team ist eine Informatikkauffrau – Kopf Corporate ist Service-Dienstleister, managt auf Wunsch das Bestell-, Lager-, Versandwesen für Kunden, zu denen etwa Terex, John Deere oder Media Markt, Mittelständler wie Park-Bellheimer zählen. Die Wurzeln der Firma im Modedesign sind vital. „Für eine Großbäckerei“, sagt Jeanette Kopf, „haben wir spezielle funktionale, trotzdem modische Verkaufsschürzen entworfen und schneidern lassen. Produktentwicklung mit dem Kunden ist sicher eine unserer Stärken.“ Den Firmen sei fast nichts zu teuer, um Mitarbeiter zufrieden zu machen. Das am Mann oder der Frau getragene Image wirke in Zeiten schwindender Fachkräfte und Azubibewerber direkt auf den Arbeitsmarkt. Gastronomie und Hotellerie sind starke Kunden der Firma, die ihre Abnehmer in ganz Deutschland und der Schweiz findet. Drei Handelsvertreter decken das Marktgebiet ab. Kopf Corporate ist auf Wachstum eingestellt. Zurzeit überlege man sich, ob man künftig selbst ausbilden will. Das Erstellen von Kollektionen, die ganze Kette von Dienstleistungen für Firmenkunden, macht zu 99 Prozent das Geschäft der Kopfs aus. Das Schild an der Treppe der Maastrichter Straße 15 hat aber seine Berechtigung. Blankomuster, unbedruckte Kollektionsteile oder Überhänge, Prototypen, Einzelteile, auch Accessoires, werden ab Lager abgegeben. (cps)

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