Rheinpfalz Kampfbereite Mitarbeiter

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Hitzige Atmosphäre trotz Minusgraden: Während der Frühschicht haben gestern Morgen rund 400 Mitarbeiter der Firma Johnson Controls im Werk Rockenhausen für eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt. In dieser Zeit stand die Produktion beim Autozulieferer größtenteils still.

Zu dem Warnstreik hatte die IG Metall aufgerufen, um ihren Forderungen in den derzeit laufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern Nachdruck zu verleihen. Wie gestern berichtet, fordert die Gewerkschaft für die rund 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland vertritt, 5,5 Prozent mehr Geld, eine verbesserte Altersteilzeit-Regelung sowie ein Rechtsanspruch auf eine vom Arbeitgeber mit zu finanzierende Bildungsteilzeit. Kurt Kaiser, Vorsitzender des Vertrauenskörpers bei Johnson Controls, hatte neben den „eigenen“ Streikenden aus Rockenhausen auch Delegationen der Kaiserslauterer Firmen Opel, GKN, Gebrüder Pfeiffer sowie der IG Metall Verwaltungsstelle Kaiserslautern am Werkstor willkommen geheißen. Alexander Bolinger, Vorsitzender der Jugendvertretung, bekräftigte die Notwendigkeit eines Tarifvertrages zur Bildungsfreizeit. Nicht zufriedenstellend sei der augenblickliche Verhandlungsstand in Sachen Tarifvertrag zur Altersteilzeit, betonte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Johnson Controls, Ralf Gümbel. Ferner kritisierte er den Präsidenten des Arbeitsgeberverbands Gesamtmetall, Rainer Dulger, für seinen Vergleich der Rente ab 63 mit dem Ansturm auf Gratis-Ausschank von Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt: Diese Äußerung sei gegenüber Arbeitnehmern, die seit 45 Jahren arbeiteten, „eine Frechheit“, sagte Dulger. Die von den Arbeitgebern bislang angebotene Lohnerhöhung von 2,2 Prozent bezeichnete der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserslautern, Alexander Ulrich, als „Provokation“. Die von der Gewerkschaft verlangten 5,5 Prozent seien absolut angemessen und sollten notfalls mit weiteren Warnstreiks durchgesetzt werden, betonte Ulrich unter dem Beifall der Johnson-Controls-Beschäftigten. Diese präsentierten sich auch bei eisigem Winterwetter kampfbereit. (kra)

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