Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: In der Martinskirche läuft eine Yad Vashem-Ausstellung zum Holocaust

Initiierte die Ausstellung „Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?“ in der Martinskirche: Pfarrer Andreas Keller.
Initiierte die Ausstellung »Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?« in der Martinskirche: Pfarrer Andreas Keller. Foto: Girard

„Shoa – Der Holocaust. Wie war es menschlich möglich?“ ist eine Ausstellung überschrieben, die anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bis zum 9. Februar in der Martinskirche in Kaiserslautern zu sehen ist.

An sechs Stationen informiert die Ausstellung mit 18 Tafeln in Bild und Text über den Völkermord an über sechs Millionen europäischen Juden während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Entwickelt hat die Ausstellung die Gedenkstätte Yad Vashem, die internationale Holocaust-Erinnerungsstätte mit Sitz in Jerusalem. Den Ausdruck der Tafeln und ihren Druck auf Aluminium hat der Kaiserslauterer Grafiker Markus Nagy übernommen.

Versuch einer Antwort

Pfarrer Andreas Keller, auf dessen Initiative die Ausstellung gezeigt wird, erinnerte bei der Ausstellungseröffnung daran, dass die Shoah eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit sei. Sie lehre uns die furchtbaren Folgen von Fremdenhass, Antisemitismus und Rassismus durch Manipulation, Neid und Vorurteile. Die Ausstellung versuche, eine Antwort darauf zu geben, wie der Holocaust hatte entstehen können. Die Begriffe Shoa und Holocaust sind andere Bezeichnungen für den Völkermord im sogenannten Dritten Reich.

Keller erinnerte an die Machtergreifung Hitlers, mit der systematisch die Verfolgung und Ausrottung der Juden begonnen habe. In der Reichspogromnacht im Jahr 1938 habe es in fast allen Städten des Reiches hasserfüllte Meuten gegeben, die Juden hetzten, verprügelten und ermordeten, ihre Häuser und Synagogen anzündeten und ihr Hab und Gut plünderten und zerstörten, sagt Keller. „Aber es gab keinen nennenswerten Widerstand von ihren Mitbürgern, den Kirchen oder von anderen Institutionen.“

Immer noch wichtig

Auch heute erschienen Juden im kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen als die Anderen, schlug Keller die Brücke zur Wählergunst der Partei AfD, die, so sagte er, dunkelste Neonazis in ihren Reihen dulde. Umso mehr sei es ein wichtiges Anliegen, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Keller: „Eine Pflicht für Deutsche und europäische Christen.“

Beschreibung des Grauens

Informativ dokumentiert die Ausstellung den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland und die Situation der Juden im Dritten Reich. Sie beschreibt Ghettos für Juden mit extremer Überbelegung und öffnet am Beispiel des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau die Augen für die Verbrechen der Nazis, die dazu Mordanlagen wie Gaskammern einsetzten und die Leichen in fabrikähnlichen Krematorien verbrannten.

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