Rheinpfalz Jubiläum in Hauensteiner Hotel-Restaurant

Seit 125 Jahren im Besitz der Familie Engel: der Gasthof am Marktplatz.
Seit 125 Jahren im Besitz der Familie Engel: der Gasthof am Marktplatz.

Mit einer Festwoche feiert der Hauensteiner Landgasthof „Zum Ochsen“ seinen 125. Geburtstag: 1893 hatte der Gemeinderat Maria und Hartmann Mansmann die Konzession zum (Weiter-)Betrieb einer Gaststätte im Hauensteiner Ortskern erteilt. Gründungswirtin Maria ist die Urgroßmutter des heutigen Ochsen-Wirts Thomas Engel.

Maria Mansmann hatte nach dem Tod ihres Gatten den aus Ramberg stammenden Mathias III. Engel geheiratet. Seither blieb der „Ochsen“ im Besitz der Familie Engel. Aktuell wird er in vierter Generation von Thomas und Heidi Engel geführt. Aus dem Gründungsjahr des „Ochsen“ liegt noch eine Wein- und Speisekarte zur Kerwe vor: Das „Wienerschnitz“ wurde für 70 Pfennige angeboten, für einen „Hahn, groß“ legte der Kerwegast zwei Mark auf den Tisch. Dazu mundete ein „Gräfenhauser, hochfein, per Fl.“ zu zwei Mark oder ein „1892er Haardter, per Schoppen“ für 50 Pfennige. Mathias Engel übergab 1933 das Wirtsgeschäft an Sohn Richard, der nach dem Krieg eine boomende Schuhindustrie und einen aufblühenden Ort miterlebte. 1956 wurde erweitert, die ersten Fremdenzimmer entstanden, 1966 wurde renoviert. Legendär war damals schon der Saal des „Ochsen“, in dem sich beim Kerwe- oder Fastnachtstanz manches Pärchen fürs Leben fand. Außer der „Musik“ erlebte der „Ochsen“ auch zahllose politische Veranstaltungen. Das blieb auch so, als Richard Engel 1974 nach mehr als 40 Jahren die Herrschaft über Küche und Zapfhahn an seinen Sohn Walter und dessen Gattin Maria übergab. Leider blieben Walter nur vier Jahre: 1978 starb er im Alter von 41 Jahren. Nach diesem frühen Tod führte die Wittwe mit ihren Kindern Thomas, Christof und Judith das Haus. Zwischenzeitlich hatte sich das Schuhdorf Hauenstein für den Tourismus schön gemacht. Nun kamen außer den Geschäftsreisenden die Urlauber, denen man die herrliche Natur des Wasgaus näherbrachte. Viele kamen als Stammgäste immer wieder zurück. 1989 erfolgte ein großzügiger Neu- und Umbau, der vor allem Platz für zeitgemäße Hotelzimmer schuf. Thomas Engel übernahm das Kommando an Herd und Tresen. Mit den Töchtern Vanessa und Franziska, die im Betrieb bereits fleißig mithelfen, wächst die fünfte Engel-Generation im Ochsen heran. Thomas und Heidi Engel sind unermüdlich aktiv, um das Haus aufzurüsten. 500.000 Euro und zahllose Stunden Eigenleistung flossen in den vergangenen fünf Jahren in eine verbesserte und weitgehend barrierefreie Infrastruktur. Im Bereich des ehemaligen Saals wurde Platz geschaffen für Wellness-Einrichtungen und weitere Zimmer. Ein Wintergarten, von dessen Liegen der Gast einen Blick auf das Burghaldermassiv hat, eine Infrarot-Kabine, eine Lichtgrotte und ein Fitnessraum runden das Angebot des „neuen“ Ochsen ab, der im vergangenen Jahr in der Gartenstraße auch das Parkplatzangebot deutlich verbessern konnte. Seinen drei Sternen, die den „Ochsen“ schon lange schmücken, wurde ein „S“ hinzugefügt. In insgesamt 20 Zimmern halten die Engels bis zu 50 Betten vor. „In guten Jahren liegt die Auslastung bei über 60 Prozent“, berichtet Thomas Engel. Überhaupt: Die Familie Engel sei eine „treibende Kraft im Fremdenverkehr in der Urlaubsregion“ hatte es der ehemalige Verbandsbürgermeister Ulrich Lauth einmal formuliert. Insgesamt 20 Arbeitsplätze bietet der Ochsen, je zwei Azubis werden in Küche und Hotelbetrieb ausgebildet. In zwei Restaurants stehen 40 bzw. 26 Plätze zur Verfügung, für Festlichkeiten und Tagungen steht ein Saal mit 90 Plätzen bereit. Im Biergarten finden 50 Gäste Platz. Das Lokal hat täglich geöffnet.

Mit dem Bühnenbild des früheren Saals: das großzügige „Gauglitz-Zimmer“, das an den Hauensteiner Künstler erinnert, der das Bild
Mit dem Bühnenbild des früheren Saals: das großzügige »Gauglitz-Zimmer«, das an den Hauensteiner Künstler erinnert, der das Bild vor vielen Jahren gemalt hat.
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