Rheinpfalz Jeder zweite hängt am Gas

Die Gemeinden Heltersberg und Waldfischbach-Burgalben haben einen neuen Gaskonzessionsvertrag mit der Pfalzgas GmbH abgeschlossen. Die Pfalzgas hatte als einzige ein Angebot abgegeben, sodass sich die Räte beider Gemeinden im April und Mai für die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses entschieden.
Unterzeichnet wurden die Verträge in der Verbandsgemeindeverwaltung am Montag von der an diesem Tag noch amtierenden Ortsbürgermeisterin Sigrun Klotz-Bischoff aus Waldfischbach-Burgalben, dem neuen Heltersberger Ortschef Ralf Mohrhardt sowie Geschäftsführer Martin Weinzierl und Betriebsleiter Manfred Sumpf für die Pfalzgas GmbH. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. In Waldfischbach-Burgalben wurde das Gastnetz 1992 in Betrieb genommen. Heltersberg folgte zwei Jahre später. Die Erschließung des Netzes wurde damals noch von den Pfalzwerken begonnen, bevor diese ihr Gasgeschäft 2002 in die Pfalzgas GmbH einbrachten und heute in Höhe von 50 Prozent beteiligt sind. 1992 betrieb die Ortsgemeinde die Gasversorgung in eigener Regie (A-Versorgung). Als Vertragspartner hatte man damals die Saarferngas mit ins Boot geholt. Damals war Waldfischbach-Burgalben die 46. Gemeinde in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die die Saarferngas als A-Gemeinde versorgte. Fast genau ein Jahr später wurde das gemeindeeigene Gaswerk an die Pfalzwerke verkauft. Der Haushalt ließ es damals nicht zu, dass jährlich rund eine Million Euro in den Ausbau der Gasversorgung investiert wurde. Bei damals über vier Millionen Euro Schulden, die zum Großteil vom Umbau des Bürgerhauses herrührten, wurde jeder Euro (beziehungsweise damals noch jede Mark) für den Haushaltsausgleich und Tilgung benötigt. Zudem hätte man erst nach 14 Jahren mit einem Gewinn rechnen können, sodass ein ständiger Transfer aus dem Gemeindehaushalt erforderlich geworden wäre. An das mittlerweile fast vollständig ausgebaute Leitungsnetz in den beiden Gemeinden mit einer Gesamtlänge von 57 Kilometern sind heute 1320 Haushalte angeschlossen. Damit sei die Erdgasversorgung mit einer Anschlussdichte von 54 Prozent bereits jetzt die größte Säule der Wohnraumbeheizung in den Ortsgemeinden, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfalzgas. Grundlage für diese Infrastruktur ist der Konzessionsvertrag, der alle notwendigen Rechte und Pflichten zur Nutzung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze für die Verlegung und den Betrieb der erforderlichen Leitungen und Anlagen für die nächsten 20 Jahre regelt. „Trotz des Beginns der Anreizregelung und des damit verbundenen enormen Kostendrucks auf die Netzbetreiber sind in dem neuen Vertrag mit der Pfalzgas durch Verhandlungen des Gemeinde- und Städtebundes nochmals eine Reihe von Verbesserungen für die Ortsgemeinde – wie bei der Abstimmung und Einflussnahme bei Baumaßnahmen, der Haftungs- und Gewährleistungsansprüche, der Kostenbeteiligung bei Umlegungen eingeflossen“, heißt es in der Pressemitteilung. In der Verbandsgemeinde sind weitere zwei Gemeinden ans Gasnetz angeschlossen: Geiselberg und Schmalenberg. Der Konzessionsvertrag für Geiselberg läuft 2016 aus, der für Schmalenberg 2019. (jn)