Rheinpfalz Interview: „Wenn es was zu tun gibt, finden sich immer Leute, die mit anpacken“

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Herr Eichberger, immer wieder ist zu hören, dass viele kleine Gemeinden in Deutschland ums Überleben kämpfen. Ist auch Erlenbach von der Landflucht betroffen?

In den vergangenen Jahren hatten wir keine Abwanderung, ganz im Gegenteil. Ich würde sagen, in den letzten 15 Jahren sind viele Familien hergezogen, junge Leute mit Kindern. Im Ort haben wir derzeit keinen Leerstand. Ich glaube, ein Grund dafür ist unsere Lage, die eigentlich perfekt ist: Erlenbach ist zwar ein Stück weit von der B 10 entfernt, man hat es hier also schön ruhig, aber man ist trotzdem schnell in Dahn und in Bad Bergzabern. Über die Infrastruktur können Sie sich also auch nicht beschweren? Nein, wir haben Glück, wir sind super angebunden, auch was die Busverbindungen betrifft. Auch den Sommer über fahren Busse rauf zur Burg, sogar sonntags. Dadurch kommt man zum Beispiel auch gut nach Bad Bergzabern. Das funktioniert wirklich top. Und wie sieht es mit der Gastronomie aus? In einigen Orten gibt es in der Hinsicht ja kaum noch was. Wir haben hier noch vier Gaststätten – was ziemlich gut ist für einen Ort mit 350 Einwohnern, würde ich mal sagen. Na gut, die Lauterschwaner haben keine eigene Gastronomie, die haben ein bisschen Pech. Aber der Ortsteil hat ja auch nur 60 Einwohner. Funktioniert das Zusammenleben der beiden Ortsteile gut? Lauterschwan liegt schon etwas abseits. Die Lauterschwaner sind immer dabei, es ist aber trotzdem ein bisschen ein Ort für sich. Vieles gibt es hier und in Lauterschwan doppelt. Lauterschwan hat zum Beispiel einen eigenen Friedhof. Im Gemeinderat gibt es auch immer ein, zwei Personen aus Lauterschwan, die die Interessen des Ortes vertreten. Aber das klappt alles gut. Man sieht sich immer mal bei Festen, und jeder kennt eigentlich jeden. Im Sommer trifft man sich dann am Seehof, weil der in der Mitte liegt. Klingt nach einem intakten Dorfleben. Das ist es wirklich. Es ist ein schöner Ort zum Leben. Wir selbst sind vor 16 Jahren hergezogen und haben uns gleich gut eingelebt. Der Zusammenhalt hier ist gut. Wir haben zum Beispiel vor kurzem in Eigenleistung das alte Feuerwehrhaus abgerissen. An vier, fünf Samstagen, mit so rund 30 Helfern. Das ist ein guter Schnitt. Wenn es hier im Ort irgendwo was zu tun gibt, finden sich immer Leute, die mit anpacken. Apropos altes Feuerwehrhaus: Auf der Fläche soll ja der neue Dorfplatz entstehen. Wie sieht es damit aus? Wir werden dort eine Sandsteinmauer errichten, wofür wir die alten Steine des Feuerwehrhauses verwenden wollen. Auch das machen wir in Eigenregie. Die Arbeiten, die danach folgen, zum Beispiel Baggerarbeiten, müssen vergeben werden. Wir hoffen, dass wir mit dem Dorfplatz bis zur Kerwe am zweiten Septemberwochenende fertig sind. | Interview: Anna WarczokDOPPELTERZEILENUMBRUCH

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