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Vorsitzender Frieder Dippi zeigt stolz die neue Technik in der 100-Meter-Schießanlage.
Vorsitzender Frieder Dippi zeigt stolz die neue Technik in der 100-Meter-Schießanlage.

Keine Angst vor Neuem: Der Schützenverein in Hinzweiler lässt sich in Sachen Technik weder einschüchtern noch abhängen. Wer zu sehr mit dem Althergebrachten liebäugelt, der kann auf Dauer nicht bestehen, sagt Vereinsvorsitzender Hans-Frieder Dippi.

Dass die neue Technik in der 100-Meter-Schießanlage noch taufrisch ist, lässt sich nur durch einen Blick hinter die Kulissen erahnen. Denn in einem Hinterzimmer im Schützenhaus Hinzweiler, wo der Server steht, muss nach den abgeschlossenen Arbeiten noch ein letztes Mal aufgeräumt werden. Ein Server, das ist ein Computer, der Daten sammelt, auswertet und weiterleitet. In diesem Fall sind das die Schießergebnisse, die über Sensoren hinter den Zielscheiben festgehalten werden. Im Anschluss lassen sich die Ergebnisse über einen tragbaren Minicomputer abrufen. Sichtbare Kabel sind damit passé. Das ist bequem, spart Zeit und erfüllt die Vereinsmitglieder der Schützengilde Königsberg Hinzweiler mit Stolz. Vor dem Wandel der Zeit hat sich der Club nie gefürchtet – im Gegenteil. Seit 2005 trägt das Schützenhaus mit einer großen Fotovoltaikanlage auf dem Dach seinen Teil zur Nutzung erneuerbarer Energien bei. In den folgenden Jahren wurde das Angebot auf dem Gelände mit einer computergesteuerten Schießanlage – zum Beispiel einem elektronisch laufenden Keiler – und einem 3D-Bogenparcours erweitert. Speziell für die Errichtung des 3D-Parcours mit mehr als 30 Zielen auf sieben Kilometer Länge durchs Pfälzer Bergland habe man kämpfen müssen, denn der Schützenverband habe sich damals verweigert, erklärt Vorsitzender Dippi. Mit genügend Hartnäckigkeit konnte man schließlich doch das Vorhaben umsetzen und mit dieser Entscheidung sprichwörtlich ins Schwarze treffen. „Man muss als Verein alle paar Jahre etwas Neues bringen, sonst kann man gleich die Tür zusperren. An unserem Beispiel sieht man es: Die Saat, die damals gesät wurde, die geht jetzt auf.“ Mit etwa 300 Mitgliedern, davon zirka 90 aktive Schützen, sprüht der Verein vor Leben. Schützenbrüder und -schwestern sind über die sozialen Netzwerke verknüpft, die Homepage ist gepflegt und auf aktuellem Stand und kündigt bereits die nächsten großen Veranstaltungen an. Darunter befindet sich das alljährliche Turnier im 3D-Bogenschießen heute und morgen, für das man mit 150 und mehr Besuchern rechnet. Einige Nummern größer wird dagegen die zweite Deutsche Meisterschaft im September ausfallen, ebenfalls im 3D-Bogenschießen. Allein bei den Teilnehmern werden rund 400 Schützen erwartet sowie jede Menge Schaulustige. Auch die Region profitiere von den Aktivitäten des Schützenvereins und man sei glücklich darüber, einen Teil zu den touristischen Aktivitäten des Pfälzer Berglandes beizutragen, sagt Dippi: „Schießsport ist Bewegungs- und Familiensport in der freien Natur und in guter Gesellschaft. Dafür nehmen die Besucher auch eine Anreise von 400 oder 500 Kilometern gerne in Kauf. Die Leute sind dankbar und kommen wieder. Darauf sind wir sehr stolz.“ Auch für die Zukunft hat der Schützenverein noch viel vor. Obwohl man bereits alle Auflagen erfüllt, will man am Konzept für den Schallschutz weiterarbeiten. Dazu gehört, dass noch in diesem Jahr die 100-Meter-Bahn größtenteils überdacht und damit die Lärmbelastung um etwa 40 Dezibel gesenkt werden soll. Und wenn sich in Sachen Technik in nächster Zeit etwas tut, so sagt man bei den Schützenbrüdern und -schwestern in Hinzweiler garantiert nicht Nein.

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