Rheinpfalz Im Notfall schnell zur Stelle

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Lauterecken. Mit dem Ziel neue „First Responder“ zu gewinnen, bietet die Verbandsgemeinde (VG) Lauterecken-Wolfstein in Kooperation mit dem Bildungsinstitut des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Rheinland-Pfalz einen Rettungssanitäterlehrgang an. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläutert Seminarleiter Tobias Lenz, was Interessenten im Lehrgang erwartet.

Herr Lenz, was ist ein „First Responder“ und welche Aufgaben hat er?

First Responder sind ausgebildete Ersthelfer, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes eine qualifizierte Erstversorgung durchführen. Da First Responder überwiegend am Wohnort oder in den umliegenden Gemeinden zum Einsatz kommen, haben sie teilweise einen erheblichen Zeitvorteil. Dadurch können Maßnahmen, wie zum Beispiel das Einleiten einer Reanimation, die Überlebenschancen eines Patienten um ein vielfaches verbessern. Wer kann am Kurs teilnehmen und welche Eigenschaften oder Vorkenntnisse sollte man mitbringen? Teilnehmen kann jeder, der das 17. Lebensjahr vollendet hat. Ein Führerschein oder zumindest die begonnene Fahrausbildung sind wünschenswert. Ebenso sollte man gesundheitlich geeignet sein, was durch ein ärztliches Attest nachzuweisen ist. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wie viele First Responder gibt es im Kreis Kusel und in der VG Lauterecken-Wolfstein bereits? Aktuelle Zahlen für den Kreis Kusel liegen mir nicht vor. In der VG Lauterecken-Wolfstein gibt es derzeit rund 30 aktive First Responder. Gibt es Bereiche im Landkreis, oder in der VG Lauterecken-Wolfstein, in denen besonders dringend weitere First Responder gebraucht werden? Da First Responder ja nur im Sinne der sogenannten Zufallsbereitschaft zur Verfügung stehen und aus beruflichen oder anderen Gründen nicht dauerhaft einsatzbereit sein können, ist es sinnvoll auch innerhalb einer Gemeinde mehrere dieser Ersthelfer zu haben. Meiner Ansicht nach werden überall weitere Kollegen gebraucht. Wann findet der Kurs statt und über wie viele Stunden erstreckt er sich? Wir starten im Januar 2017. Der theoretische Unterricht wird jedes zweite Wochenende – jeweils am Samstag und Sonntag – stattfinden. Dieser Theorieblock umfasst 160 Stunden (zehn Wochenenden). Im Anschluss gilt es, innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren noch ein Krankenhauspraktikum und ein Rettungswachenpraktikum von je 160 Stunden zu absolvieren. Diese Praktika können geteilt und müssen nicht am Stück geleistet werden. Sind alle Teile erfolgreich beendet, findet eine Abschlussprüfung statt. Welche Inhalte werden im Kurs vermittelt? Es ist ein vollwertiger Rettungssanitäter-Lehrgang. Mit Abschluss der Ausbildung kann man sogar beruflich im Rettungsdienst arbeiten. Im Lehrgang werden die dazu erforderlichen Grundkentnisse vermittelt. Dies betrifft unter anderem die Themenkomplexe wie Anatomie, Recht, Krankheitslehre, Pharmakologie und spezielle Notfallmedizin. Ist die Kursteilnahme mit Kosten verbunden? Da VG und DRK-Landesverband solch ein wichtiges ehrenamtliches Engagement fördern wollen, entstehen für die angehenden First Responder keine Kosten. Absolviert man auf „eigene Faust“ einen solchen Lehrgang am Bildungsinstitut in Mainz, entstehen Kosten von über 2000 Euro. An wen können sich Interessenten wenden, wenn Fragen zum Seminarangebot bestehen? Zunächst findet am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr ein Informationsabend in der Feuerwache Lauterecken statt. Sollte jemand an diesem Termin verhindert sein, steht Christian Sauer von der Verbandsgemeindeverwaltung Lauterecken-Wolfstein zur Verfügung (christian.sauer@vg-lw.de). Erhalten Absolventen des Kurses anschließend Material und Ausrüstung? Ja. Alle Verbandsgemeinden im Landkreis haben eine Kooperation mit dem Kreisverband des DRK geschlossen. Demzufolge erhält jeder Absolvent eine Notfalltasche, die mit allen nötigen Materialien zum Abwenden lebensbedrohlicher Zustände ausgestattet ist. |dbu/ Foto: M. Hoffmann

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