Rheinpfalz Holzverkauf in Eigenregie beginnt mit Probephase

Die Lage auf dem Holzmarkt ist wegen des Borkenkäfers schwieriger geworden.
Die Lage auf dem Holzmarkt ist wegen des Borkenkäfers schwieriger geworden.

Zum 1. April startet der Zweckverband Holzland mit dem Verkauf von Holz von neun Gemeinden in Eigenregie. Damit wird die Vorgabe durch das neue Waldgesetz des Landes umgesetzt. Es regelt, dass die Forstämter nicht mehr den Verkauf für die Kommunen abwickeln dürfen.

„Wir werden am 1. April zunächst mit einer Testphase starten. Aber wir hoffen, dass wir im Laufe des Monats, spätestens im Mai in den Regelbetrieb übergehen können“, sagte der zuständige Revierleiter Christoph Wagner. Zwischenzeitlich wurde die benötigte Hard- und Software bestellt, um die neue Aufgabe EDV-technisch abwickeln zu können. Eingestellt wurde eine Halbtagskraft, die den Revierleiter bei diesen Aufgaben unterstützt. Sie wird zum 1. April ihren Dienst am Sitz des Zweckverbandes in Schmalenberg antreten. Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Geiselberg, Schmalenberg, Steinalben und Waldfischbach-Burgalben an. In diesen Kommunen ist der Zweckverband seit seiner Gründung für die Beförsterung zuständig. Ebenso für die Beförsterung des Waldes der Hembach-Genossenschaft. Der Holzverkauf wurde bislang in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Johanniskreuz abgewickelt. Das ist nun von Gesetzes wegen nicht mehr möglich. Die Zweckverbandsmitglieder hatten entschieden, die Holzvermarktung in die eigene Hand zu nehmen, sich nicht an eine der im Aufbau befindlichen Holzvermarktungsagenturen im Land anzuhängen. Die Holzvermarktung ist also ein neuer Aufgabenbereich, den der Zweckverband nicht nur für seine originären Mitglieder übernimmt, sondern auch für Heltersberg, Hermersberg, Höheinöd und Horbach sowie für die Gemeinde Schopp im Kreis Kaiserslautern. Heltersberg und Schopp, die große Holzmengen einbringen, sind für den Bereich Holzvermarktung – nicht für die Beförsterung – Mitglied im Zweckverband geworden. Mit den übrigen Gemeinden, in denen nur sporadisch Holz anfällt, wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag abgeschlossen. Es sei positiv, dass es gelungen sei, dass alle Gemeinden aus der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ihr Holz gemeinsam vermarkten, hatte Verbandsvorsteher Georg Spieß im Dezember festgestellt. Es hatte mehrere Anfragen von Kommunen gegeben, die Interesse bekundet hatten, ihr Holz künftig über den Zweckverband zu vermarkten. Der Verband müsse sich im neuen Aufgabenfeld aber erst einmal einfinden und die notwendigen Strukturen schaffen. „Dann können wir sicher darüber reden. Grundsätzlich ist der Zweckverband für die Holzvermarktung anderer Kommunen offen“, sagt Wagner. Im Dezember hatte er die Räte in Geiselberg, Steinalben und Schmalenberg bereits über die aktuelle Entwicklung im Revier informiert. Diese Räte haben ihren Forstwirtschaftsplan 2019 – die zum Einschlag vorgesehenen Holzmengen sind eine Kalkulationsgrundlage für den angestrebten Holzverkauf – verabschiedet. Der Rat in Waldfischbach-Burgalben wird dies bei der Sitzung in der kommende Woche tun; heute berät der Haupt- und Finanzausschuss den Plan vor. Grundsätzlich sei die Lage im Forst und auf dem Holzmarkt etwas schwieriger geworden, stellt Wagner revierübergreifend fest. Ein Problem: der Borkenkäfer, der auch im Gebiet des Forstzweckverbandes aktiv ist. Addiert betraf es 2018 rund 5000 Festmeter Holz, hatte er überschlagen. Das hatte im vergangenen Jahr Verschiebungen von geplanten Holzeinschlägen zur Folge, weil zunächst Käferholz beseitigt werden musste. 30.000 Euro Fördergeld habe es aus EU-Mitteln für das Revier gegeben. Dieser Betrag wird eingesetzt, um stark gefährdete Fichtenbestände in robustere Laubbaumflächen umzuwandeln. Die Preise auf dem Holzmarkt, so Wagners Botschaft für die Kommunen, haben sich etwas verschoben. Laubholz wie Buche läuft, Eiche sogar sehr gut, sagt Wagner. Bei den Nadelhölzern sind Lärche und Kiefer noch gefragt, für Fichte sieht es deutlich schwieriger aus, und vor allem die sogenannten schwachen Nadelholzsortimente, die beispielsweise zur Produktion von Spanplatten verwendet werden, sind deutlich zurückgegangen. Im Mix bedeute das einen Rückgang der Durchschnittserlöse, was die Gewinnerwartung reduziert.

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