Rheinpfalz Hofstätten bekommt frisches Wasser

Die Trinkwasserversorgung der beiden Wilgartswieser Annexen Hermersbergerhof (Foto) und Hofstätten soll künftig über einen Wasse
Die Trinkwasserversorgung der beiden Wilgartswieser Annexen Hermersbergerhof (Foto) und Hofstätten soll künftig über einen Wasserverbund sichergestellt werden.

2,755 Millionen Euro wird die Verbandsgemeinde Hauenstein investieren, um die Wasserversorgung in den beiden Wilgartswieser Annexen Hermersbergerhof und Hofstätten über einen Wasserverbund sicherzustellen und zu optimieren. Roland Desgranges und Rainer Klein vom planenden Büro CP-Ingenieure aus Spiesen-Elversberg stellten dem Werksausschuss am Dienstag die Entwurfsplanung vor, die einstimmig genehmigt wurde.

Die Notwendigkeit der Maßnahme ist unumstritten: Bisher wurde Hofstätten mit Trinkwasser von der Quelle Mosistal versorgt. Die aber ist – wahrscheinlich durch Rückstände von der ehemaligen Militärstation „Langerkopf“ – belastet. Das Wasser muss mit einer Aktivkohleanlage gefiltert werden. Verschärft wird die Problematik durch unzureichende Quellschüttungen. Zeitweise liege, so wurde berichtet, die Schüttung unter dem Trinkwasserbedarf in Hofstätten. Problematisch sind auch die Länge und das Alter der Zuleitung vom Mosistal nach Hofstätten (wir berichteten am 23. Juni 2017). Um die Situation langfristig auf eine sichere Grundlage zu stellen, wird nun nach Überprüfung verschiedener Varianten ein Wasserverbund Hermersbergerhof/Hofstätten realisiert. Hofstätten soll künftig mit Wasser aus der Quelle Wüstmühle am Hermersbergerhof versorgt werden. Dazu hat das Ingenieurbüro aus dem Saarland ein umfängliches Gesamtpaket geschnürt, das die beiden Ingenieure dem Ausschuss vorstellten. Zunächst: An der Quelle Wüstmühle, die einwandfreies Rohwasser liefere, wird eine neue Aufbereitungsanlage errichtet. Betriebsgebäude und technische Ausstattung sind laut Ingenieuren mit 920.000 Euro veranschlagt. Damit das gewonnene Wasser nicht nur am Hermersbergerhof zur Verfügung steht, sondern auch noch Richtung Hofstätten transportiert werden kann, müssen über acht Kilometer Leitungen verlegt werden. Dafür seien umfangreiche Voruntersuchungen, auch durch Geologen und Landschaftsplaner, vorgenommen worden. Leitungen auf einer Länge von 6,1 Kilometern sollen in offener Bauweise, auf 1,9 Kilometern in geschlossener Bauweise, dem sogenannten Horizontal-Spülbohrverfahren, verlegt werden. Wie Roland Desgranges mitteilte, sollen die Arbeiten so organisiert werden, dass „möglichst wenige Sperrungen notwendig“ werden. Für den Leitungsbau rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Trasse folgt zunächst der Verbindungsstraße vom Hermersbergerhof zur L 496 (Leimen-Johanniskreuz), um nach dem „Holländerklotz“ in den Wald abzubiegen und weitgehend dem breiten Wanderweg Richtung Hofstätten zu folgen. Dabei quert sie auch den Stadtwald Annweiler, weswegen noch Gespräche zu führen seien, so Werkleiter Helge Schneider. Er erwähnte auch, dass die Verlegung der Leitungen mit der bereits projektierten Verlegung der Breitbandkabel der Telekom koordiniert werden könnte, was eine Aufteilung der Kosten möglich mache, eventuell aber auch eine Veränderung des Zeitplans mit sich bringe. „Wenn wir beide Arbeiten in einem Zug durchführen könnten, wäre das eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, kommentierte Verbandsbürgermeister Werner Kölsch. Das Projekt enthält auch die Sanierung des östlich der Wohnbebauung gelegenen Wasserhochbehälters Hermersbergerhof, die mit 110.000 Euro veranschlagt ist. In Hofstätten wird ein neuer Hochbehälter oberhalb des Wochenendgebiets als Systembau errichtet. Er entsteht an einem etwas höher gelegenen Standort als der bisherige Hochbehälter, um die Drucksituation zu verbessern. Hier rechnet man mit Kosten von 340.000 Euro. Schneider geht davon aus, dass Ende November der Genehmigungsantrag an die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd herausgehen kann. Wie lange die Genehmigungsphase dauern wird, sei offen. Unmittelbar nach Eingang der Genehmigung soll ausgeschrieben werden. Frühestens im Frühjahr 2019 könne man beginnen, wobei bei diesem Zeitplan „einige Fragezeichen“ – unter anderem die Absprache mit der Telekom – zu berücksichtigen seien. Mit einer Fertigstellung sei 2020 zu rechnen.

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