Rheinpfalz Guten Ruf und Mitarbeiter übernommen

Seit Anfang April unter neuer Regie: Die ehemalige Holz-Großhandlung Alsfasser firmiert nun unter dem Dach der Becher-Unternehme
Seit Anfang April unter neuer Regie: Die ehemalige Holz-Großhandlung Alsfasser firmiert nun unter dem Dach der Becher-Unternehmensgruppe mit Sitz in Wiesbaden.

Der Holzgroßhandel Videre-Alsfasser in St. Wendel hat den Besitzer gewechselt. Zum Monatsbeginn übernahm die Becher-Unternehmensgruppe den Standort. Alle 20 Mitarbeiter sind nach Angaben des Wiesbadener Unternehmens übernommen worden. Der Standort Saarlouis der Holzhandlung werde zum Ende des Jahres geschlossen. Die Mitarbeiter dort würden jedoch ebenfalls in St. Wendel übernommen.

Der Standort in St. Wendel soll nach Mitteilung der Becher-Gruppe zu einem Zentrallager ausgebaut werden. Damit verfüge das Unternehmen zukünftig über vier Zentralläger – die anderen sind in Frankfurt, Köln und Oberhausen – sowie 13 Standorte. „Das Saarland und Rheinland-Pfalz mit dem Standort in Bitburg gehören seit vielen Jahren zu unseren wichtigsten Regionen. Ich freue mich daher sehr, dass wir jetzt den Standort St. Wendel erwerben und so unsere Präsenz in dieser Region deutlich verstärken können“, sagt Gerhard Becher, Vorsitzender des Beirats der gleichnamigen Unternehmensgruppe. St. Wendel mit 21.000 Quadratmetern Fläche und seinen Stärken in den Produkten Schnittholz und Konstruktivholz habe einen guten Ruf. Seit April könnten Kunden von einem erweiterten Sortiment profitieren, ergänzt Becher-Geschäftsführer Michael Köngeter. In den kommenden Monaten seien Modernisierungen geplant, vor allem im Ausstellungsbereich. Die Investitionssumme sei noch nicht konkretisiert. Im Saarland ist die Becher-Gruppe seit 1990 in Blieskastel und seit 2008 in Saarlouis präsent. 2017 sei bundesweit ein Umsatz von rund 96 Millionen Euro erzielt worden. Zum Kernsortiment der Gruppe mit 400 Mitarbeitern zählen Plattenwerkstoffe, Türen, Bodenbeläge und Terrassendielen. Der Holzhandel in St. Wendel blickt auf eine lebhafte Geschichte zurück. 1938 wurde in Neunkirchen eine Grubenholzhandlung gegründet. Wie das Unternehmen mitteilt, schloss sich mit dem Wechsel nach St. Wendel 1942 der Bau eines Sägewerkes an, in dem überwiegend Buchen- und Nadelschnittholz für den Bergbau und die holzverarbeitende Industrie produziert wurden. Im Zweiten Weltkrieg galt das Werk als größte Tankholzproduktionsstätte westlich des Rheins für Lastwagen und Autos mit Holzvergasern. Nachdem das Werk durch Bomben getroffen wurde, wurde es nicht wieder aufgebaut. Später wurde das Säge- zugunsten eines Hobelwerkes und einer Leistenfabrik aufgegeben. Die Produktion lief bis zum Verkauf des Geländes 1972. Seither fand der Holzhandel in der Jahnstraße statt. Alsfasser vertrieb im Groß- und Einzelhandel Laub- und Nadelschnittholz, Plattenwerkstoffe, Innentüren, Böden, Laminat, Leimholz und Hobelware sowie Gartenholzprodukte. Der Stammsitz in St. Wendel-Bliesen war 2013 und 2014 unter anderem durch eine Lagerhalle sowie Bürogebäude erweitert worden. Im Gegenzug hatte das Unternehmen damals den zweiten Standort in St. Wendel geschlossen. Mit mehr als 50 Mitarbeitern gehörte das Holz-Zentrum Alsfasser nach eigenen Angaben zu den führenden mittelständischen Holzgroßhandelsbetrieben im Saarland, Rheinland-Pfalz und der Benelux-Großregion. Im März 2016 stellte die Erich Alsfasser Holzhandlung Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das Holzzentrum wurde von dem neuen Unternehmen Videre-Alsfasser unter Geschäftsführer Paul Kuhn weitergeführt. Zusätzliche Standorte von Videre-Alsfasser gibt es in Remshalden und Abtsgmünd (Baden-Württemberg). Kuhn war auf Nachfrage der RHEINPFALZ für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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