Rheinpfalz Großes Nostalgiekino und ein Doppel zur Eröffnung
Beim Auftakt zum diesjährigen „Open Air Burg Lemberg“ des Quasimoto Kultur- und Fördervereins wurde erstmals ein Doppelkonzert präsentiert. Den Auftakt machte das spielfreudige Classic-Rock-Trio Mallet, danach spielte die mit Spannung erwartete Led-Zeppelin-Tributeband Mad Zeppelin auf der Burgruine. Etwa 400 Besucher wollten sich diese beiden vielversprechenden Auftritte nicht entgehen lassen.
Die Band Mallet aus Wiesbaden ist mittlerweile durch etliche Konzerte im Pirmasenser „Quasimodo“ und der Rockkneipe „Schwemme“ sowie ihren Auftritten auf der Burg Lemberg in der Region wohlbekannt und beliebt. Die Herren Jürgen Rehberg (Gitarre & Gesang), Manfred Dünzel (Bass & Gesang) und Mario Gerhards (Drums & Gesang) können bis dato auf satte 37 Jahre Bühnenerfahrung und mehr als 4000 Konzerte zurückblicken. Zudem ist Mallet eine der meistgebuchten Rockbands Deutschlands. Und so schüttelte diese Gruppe ein hochklassiges Programm, das vor Klassikern nur so strotzt, aus den versierten Handgelenken. Am Samstagabend wurden neben älteren eigenen Songs wie der Top-Ballade „Heaven“ auch einige Lieder der am 1. Oktober erscheinenden neuen CD „Man On Fire“ vorgestellt, die sich prächtig in das enorm viel Laune machende Live-Programm einfügten. Der stets charismatisch singende Rehberg und seine beiden Kollegen brachten mächtig Stimmung in die vier Hundertschaften Musikfans, die den extrem steilen Anstieg auf die Burg Lemberg an einem der heißesten Tag des Jahres auf sich genommen hatten. Brandneue Songs wie „Follow The River“ und ehemalige Superhits wie „Tush“ (ZZ Top), „Bobby Brown“ (Frank Zappa), „Mighty Quinn“ (Manfred Mann’s Earthband“), „Black Betty“ (Ram Jam), Billy Idols „White Wedding“ oder das abschließende „You Gotta Fight For Your Right To Party“ (Beasty Boys), bei dem die meisten der Besucher lauthals den Refrain mitgrölten, rissen durch die knackige Performance von Mallet mit. Dieser Gig machte eine Menge Spaß. Schon während der etwa zehnminütigen Umbaupause auf der Bühne stieg die Spannung unter den Zuschauern gewaltig an. Bereits der Einstieg von Mad Zeppelin mit „The Song Remains The Same“ und das direkt nachfolgende „Celebration Day“ gaben die Richtung vor: verdammt gut! Mit Sänger Michael Dorp hat das Quintett ein absolutes Trumpf vorzuweisen. Dieser singt auch bei der hochgelobten deutschen Progressive-Rockband Flying Circus und hat die Phrasierung sowie Live-Performance der Ikone Robert Plant quasi verinnerlicht. Er führte stimmlich brillant und gestenreich durch ein immens gutes Konzert. Erste Begeisterungswellen schwappten bei „Black Dog“ durch die Zuschauermassen, welche das legendäre „Ah, ah - ah, ah …“ lauthals mitsangen. Beim gemächlichen „Since I’ve Been Loving You“ wurde es dann wesentlich ruhiger, aber hochemotional. Es war faszinierend, wie Dorp (nicht nur) diesen Song interpretierte. Auch die sehr hohen Schreie und typischen Quiekser von Plant servierte er wie aus dem Effeff und überzeugte durch eine vorbildliche Bühnenpräsenz und agiles Stageacting. Als sich Schlagzeuger Volker Brecher bei „Moby Dick“ in ein mehrminütiges Solo stürzte, wurden aufgrund der ungemeinen Wucht seiner Schläge gar Erinnerungen an den schon verstorbenen Original-Drummer John Bonham wach. „Stairway to Heaven“ war neben dem fantastischen „Kashmir“ dann sicherlich der absolute Höhepunkt des Abends. Lange hielt die Band den Superhit zurück, erst im letzten Drittel des Konzerts wurde er den nun begeisterten und in Nostalgie schwelgenden Fans kredenzt. Die einzige Kritik eines im Großen und Ganzen faszinierenden Konzertes muss sich Gitarrist Ralph Glodek gefallen lassen. Der Sound und sein Spiel waren letztendlich nicht so ganz nah an Led Zeppelin, obwohl er unbestreitbar ein talentierter Sechssaiter ist. Der Stil von Jimmy Page ist einfach unerreichbar. Bassist Christian Ludwig bildete mit Schlagzeuger Brecher ein ungemein tightes Rhythmus-Duo, und Keyboarder Thomas Blum lies mit seinem authentischen Spiel ebenfalls nichts anbrennen. „Rock’n Roll“, „Whole Lotta Love“ und die Zugabe „Baby I’m Gonna Leave You“ beendeten einen sehr langen Konzertabend, der den Zuschauern auch aufgrund des sehr guten Sounds sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das erste Viertel des diesjährigen „Open Air Burg Lemberg“ haben Veranstalter und Musiker am Freitagabend mit Bravour gemeistert.